Jun
26
Posted by Captain Nairolf & Lady Bü
Wenn man es nicht besser wüsste und man sich in der Stadt von Melbourne so umsieht, hätte man nicht das Gefühl in Australien zu sein. Das einzige was daran erinnert, dass man sich schon noch in Australien befindet, sind die vielen Souvenirläden. Melbourne ist eine Stadt, die mit den großen Städten der Welt mithalten kann. Und es heißt auch nicht umsonst, dass Melbourne die kulinarische Hauptstadt von Australien ist. Unglaublich, was da alles angeboten wird, sagenhaft was die dort an architektonischen Meisterwerken hingezaubert und wie die ganze Stadt von verschiedensten Künstlern designt wurde. Alles sehr hip, modern und stylisch, bunt, in verschiedensten Materialien und anscheinend eine große Spielfläche für jeden Kreativen. Ein Mekka für Designer, Architekten, Künstler und Musiker. Und es wird nach wie vor gebaut und gebaut, als gäbe es kein Morgen mehr.
Bei unserer Ankunft im Backpacker, wo wir die ersten Nächte verbrachten und ein kleines Zimmer genau neben der Hauptstraße hatten, bekamen wir zwei Gratis Zeitschriften im A3 Format, was einen guten Überblick über Konzerte, Partys, DJs und sämtliche Veranstaltungen bietet. Wir suchten uns einen Freitag für unseren Ausgehabend aus und mussten aus 70 Konzerten in verschiedensten Locations auswählen. Die Qual der Wahl, besonders wenn man keine einzige Band kennt. Aber wir hatten uns entschieden, glühten mit 2l Rotwein vor und fuhren dann mit der Tram zum Veranstaltungsort. Coole Location, gratis Eintritt und rockige, junge Band bei unserem ersten Bier, supa. Sind eigentlich wegen der Band ‚My Disco’ hin, die als „momentan heißester Scheiß von Australien“ gehandelt wird, nur hat ja keiner ahnen können, dass 5 Vorbands spielten, was das Warten extrem in die Länge gezogen hat. Ein wenig gelangweilt von den faden Bands, tranken Schatz und ich halt ein Bier nach dem anderen. Genau bevor die Hauptband zum spielen begann, bekam ich ein mörder Schnackerl und da wir eh schon ziemlich abgefüllt waren, verließen wir die Veranstaltung unverzüglich, schnappten uns ein Taxi, ohne auch nur jemals einen Ton von ‚My Disco’ gehört zu haben. Wollen bis heute gar nicht wissen, was wir versäumt haben, aber was soll man machen, wenn die so spät zum spielen anfangen und wir uns eingebildet haben, man müsse gscheid vorglühn… hihihi.
Für die kommende Woche bauten wir uns in einem Backpacker mitten im Zentrum ein, was transporttechnisch super war, da wir alles zu Fuß belaufen konnten. Hatten unser kleines Zimmer im 5. Stock von 11. Im ersten gab’s eine Bar, im Keller einen Night Club und im 3. Stock die Rezeption mit Küche, Internetmöglichkeiten und fettem TV fürs Partyvolk. Wir haben uns ja noch nicht so viel gedacht, wie wir in dieses Backpacker gezogen sind, wir waren mal happy, dass wir unsere kleine Privatsphäre hatten, nicht direkt neben der Straße schliefen und dann hatten wir noch dazu einen Fernseher im Zimmer, was mich alten TV-Junkie besonders gefreut hat. Aber schon am ersten Abend, so gegen 11 am Abend, fing es dann an, der Schall des Basses der glaub ich bis rauf in den 10. ging und es uns erschwerte ins Traumland zu gleiten. Das ganze hat sich dann lautstärkentechnisch so gesteigert, dass wir mitten in der Nacht aufwachten, weil die Musik so laut war. Die ersten Nächte haben wir noch drüber hinweg gesehen bzw. ganz lang gefernseht, aber gegen Ende der Woche wurde es ziemlich nervig, da wir auch nach langem Schlafen unausgeschlafen und mit Kopfschmerzen aufwachten mussten. But well, die Leute hier sind halt alle schwer auf Party und ich als Ältester im Backpacker hab da nicht viel zu melden.
Unbeeindruckt von unserer Wohnsituation genossen wir die Tage in Melbourne in vollen Zügen. Einen Tag machten wir auf Kunstinteressierte und gingen in die Kunstgalerie von Victoria, bestaunten schöne Gemälde, standen kopfschüttelnd vor moderner Kunst die nur der Künstler verstehen mag und waren über unser Interesse beeindruckt. Wir streiften durch die Stadt, bestaunten die abgefahrenen Shops und ließen die gute Atmosphäre von Melbourne auf uns wirken. Zu unserer Genussfreude fand sich auch ausgezeichnete Essen hier. Super Sushi, Exotisches vom Chinesen, ausgezeichnete Italiener, gute Steaks und Kaffees in rauen Mengen, a Traum. Wir spazierten durch den Royal Botanic Garden, gingen für ein paar Runden Bowlen bis uns die Hände weh taten und erfreuten uns über Indy 4 im Kino. Einen Tag verbrachten wir bei einer Ausstellung die ‚Game on’ hieß und wo die Computerspielentwicklung, vom ersten Computerspiel bis zur heutigen Spieleentwicklung alles ausgestellt wurde und wo von Pac Man bis hin zu Donkey Kong alles gezockt werden konnte… hihihi… da brauch ich nicht viel dazu sagen, oder? Einen anderen Tag statteten wir einem Esoterik-Festival einen Besuch ab, was sich dann als eine RIESIGE Verkaufsmesse herausstellte und mehr unangenehm, als angenehm war. Mich hat es auf jeden Fall voll ausgehebelt dort, sodass ich das Gelände verlassen musste, weil mir ziemlich übel wurde. Voll stressig und MASSEN an Leuten, die reihenweise nach Antworten suchen.
Melbourne war so gut wie erledigt und deswegen spazierten wir zu Peter Pans (sehr empfehlenswerte Travelagency, wenn man Australien bereisen will), buchten uns einen Flug nach Cairns und im Zuge dessen auch gleich einen Tauchkurs mit anschließenden 3 Tagen am Boot im Great Barrier Reef… ROCK’n’ROLL.
Nach 3 Stunden Flug nach Cairns durften wir die Schlapfen wieder auspacken, JUHU. Am nächsten Morgen wurden wir dann in aller Herrgottsfrüh für unseren Tauchkurs abgeholt und dann ging es auch schon los, ab ins Klassenzimmer und brav aufpassen. In den kommenden zwei Tagen lernten wir alles was es zum lernen gab, wurden mit der Tauchausrüstung vertraut gemacht, übten Fertigkeiten im Pool (Tarieren, Maske unter Wasser runter, rauf und ausblasen, uvm.), bestanden den theoretischen Test und richteten unsere Ausrüstung für die kommenden 3 Tage am Boot her. Great Barrier Reef wir kommen.
Um 6:15 wurden wir am nächsten Tag abgeholt und dann gings zum Tauchshop, wo wir unsere Ausrüstung schon am Vortag hergerichtet haben, verstauten alles auf einem Pick-Up und fuhren dann aufgeregt zum Boot. Nachdem alles verstaut war, waren auch wir endlich bereit, in See zu stechen und bereiteten uns geistig schon mal darauf vor, die nächsten 3 Stunden auf hoher See mit mächtigem Wellengang zu verbringen. Weil anscheinend einer von der Crew am Vortag nicht brav zusammen gegessen hat, ich war es sicher nicht, mussten wir uns mit nicht perfekten Konditionen auseinandersetzen, sprich, starkem Wind, bewölkt bis regnerisch. Das war vielleicht eine holprige Fahrt und von Minute zu Minute konnte man beobachten, wer von den Leuten was gegen Seekrankheit genommen hat und wer nicht. Scheiße, ich hab geglaubt, dass mir die See nichts anhaben mag, nur leider hab ich mich tief greifend getäuscht und ich glaub ich war sogar der erste der über die Reling gekotzt hat. HAHAHA, was soll ich sagen, aber in dem Moment war es mir alles andere als peinlich und bevor wir endgültig an unserem ersten Tauchplatz ankamen, ist mir noch ordentlich das Gesicht übergegangen, bis auch der Rest des Frühstücks den Fischen geopfert wurde. Die haben sich gefreut.
Gerade angekommen, ich konnte mir gerade noch das Gesicht sauber wischen, ging’s dann auch gleich ab ins Wasser und runter auf 10 m, wo wir die erste Bekanntschaft mit dem Reef machten durften. In kürzester Zeit, ich glaub so nach 20 Minuten, verbrauchten wir die komplette Flasche an Atemluft, weil alles halt so aufregend war, die Blicke von links rechts, oben unten ging und wir ein ruhiges Atmen noch nicht so drauf hatten. Wir und die vielen bunten Fischerla auf derselben Augenhöhe, ein unbeschreiblicher Moment, schwer in Worte zu fassen. Ich für meinen Teil empfand große Dankbarkeit, Einblick haben zu dürfen.
Und so ging es die kommenden Tage dahin. Tauchen, danach Essen, tauchen, essen, Schnorcheln, essen, schlafen, tauchen, essen, tauchen, essen, tauchen, essen, Nachttauchen, schlafen, tauchen, essen, Schnorcheln, tauchen, essen und dann war die Gaudi auch schon wieder vorbei (um einen kleinen Einblick in unseren Tagesablauf zu bekommen).
In den ersten vier Tauchgängen setzten wir das um, was wir im Pool gelernt haben, bekamen ein gutes Gefühl fürs Meer und die Ausrüstung. Leider hatten wir nicht soviel Zeit, uns im Reef umzusehen, aber alleine am Meeresgrund zu sitzen, seine Blick umher wandern lassen, vielleicht kleinen Fischen in einer Koralle zu beobachten, hat uns schon gereicht, ein Lächeln auf unseren Gesichter zu zaubern. Am zweiten Tag nach unserem zweiten Tauchgang waren wir zertifizierte Open Water Taucher, durften ab dort bis zu 18 Meter tief tauchen und konnten unsere kommenden Tauchgänge alleine, in Buddyteams (immer zwei Taucher), verschiedene Tauchplätze erforschen. Für einen kleinen Aufpreis konnte man seine Ausbildung vorsetzten und den Abenteuer Taucher dazu machen, was einem danach erlaubt, bis zu 30 Meter tief zu tauchen und wo man dann noch die eine oder andere Fertigkeit gelernt bekommt, was den Spaß des Tauchens nur noch steigert. Natürlich haben wir den Abenteuer Taucher gemacht und deswegen konnten wir am letzten Tag keine 3 Tauchgänge machen, sondern nur 2, weil wir beim ersten gleich auf 25 Meter runter sind und wir danach länger an der Oberfläche bleiben mussten. War aber egal, jetzt dürfen wir so tief, wo es noch interessant ist und wo man noch gut was sehen kann, außerdem liegen viele Wracks tiefer als 18 Meter, was jetzt kein Problem für uns mehr darstellt. Hihihi… Wracktauchen… Zukunftsmusik.
Der Nachtauchgang war Adrenalin pur. Der Skipper hat brav die kleinen Fische mit Brot und Keksen angelockt, was wiederum größere Fische angelockt hat. Am Anfang noch graue Schatten, aber nach einigen Momenten später, klar an der Oberfläche sichtbar, Haie. AHAAA. Mindestens 3 konnte man vom Boot aus sehen und wie es dann darum ging, sich für den Tauchgang fertig zu machen, fing meine Pumpe ganz schön heftig zum hämmern an. Zur Krönung und weil es ja nicht reicht nur zu wissen, dass man gleich ins Wasser hüpft, wo man zuvor 3 Haie gesehen hat, hat unser netter Skipper als Draufgabe den Soundtrack vom Weißen Hai eingelegt, was meine Pumpe fast zum bersten gebracht hätte. Echt, war schon lang nicht mehr sooo nervös, hätte mich fast angeschissen und dann war ich noch der erste von unserer Gruppe der ins Wasser hüpfen musste, na supa. Nachdem ich im Wasser war, war alles in Ordnung, mein Puls war zwar noch extrem hoch, aber meine Ängste waren verschwunden. Und dann ging’s auch gleich Abwärts, jeder mit einer Taschenlampe bewaffnet, entlang an einem Seil mit einer Sicht, die an das Spiel ‚Silent Hill’ erinnert, auch die ganze Stimmung hat mich oft an das Spiel denken lassen, ging es zum Grund. Gruselig, aufregend und schön, voi klass dieseWelt in der Dunkelheit erfahren zu dürfen. Neben vielen roten Augen von Schrimpis, die aus den Korallen raus lugten, sahen wir auch einen Feuerfisch (englisch Lionfish), viele kleine Fischerl, einen der ausgesehen hat wie ein Herbstblatt und sich erst beim zweiten mal hinsehen als Fischi herausgestellt hat. Auf 5 Meter hängt eine Stange wo man sich festhält und seinen Safetystop (Dekompressionsstop) von 3 Minuten einlegt, bevor man an die Oberfläche kommt. Beim Nachttauchgang ist das besonders spannend, da rund ums Boot alles beleuchtet ist und man super die Fische sehen kann. Und genau wie wir da so an der Stange hängen, wies unsere Tauchlehrerin in eine Richtung und macht das Zeichen für Hai. Unsere Blicke schwanken sofort in die gewiesene Richtung, zu Beginn konnten wir nur einen Schatten erkennen und ich hab schon innerlich begonnen, mir zu wünschen, dass wir den Hai zu Gesicht bekommen. Und so war es dann auch, dass Momente später ein Weißspitzen Riffhai ca. 5 Meter bei uns gemütlich vorbei schwamm und wieder in der Dunkelheit verschwand. JUHU, wir haben einen Hai gesehen, zwar keinen Gefährlichen, aber Hai ist Hai und es hat gereicht für einen weiteren Kick.
Was haben wir noch so gesehen? Beim Schnorcheln hat die Andrea eine Schildkröte gesehen, was sie natürlich supa-mega gefreut hat. Wollte ihre Freude mit mir teilen und mir die Kröte zeigen, ich war aber leider nicht in der Nähe und daher hab ich sie nicht gesehen L . Sahen einige Blaupunkt Riffrochen, Maorilippfische (Napoleonfische), viele Kugelfische, Drückerfische, viele verschiedenste Seegurken, Riesenmuscheln und noch ganz viel bunte, kleine und große Fische, ganz viel verschiedene Korallen und noch viel mehr… Also ich kann mit Garantie sagen, dass dieser Tauchtrip das absolute i-Tüpfchen, der Highlight unserer Reise war.
Am Abend nach unserer Rückkehr gingen wir alle die am Boot waren in der Stadt, in Cairns, weg. Nach bescheidenem Mahl, waren sehr von der guten Küche am Boot verwöhnt, gingen wir sogar so fort, wie die ganzen Partypeople hier einen draufmachen. Tranken Cocktails, tanzten zu Disco BUM BUM Musi und wandelten abgefüllt ins Backpacker zurück. Am nächsten Tag hatten wir nicht nur einen Mega-Hangover, sondern ich war krank und erlag fast die restliche Woche, die wir in Cairns verbrachten, im Bett. Super. So original mit Fieber, Schweißausbrüchen, geschwächten Gliedern (hihihi), angeschwollenen Mandeln und dann noch nach einem Arztbesuch auf Medikamenten. Außer unserem Boottrip und einem Kinobesuch (HULK – voi geil) haben wir von Cairns nicht viel gesehen.
Ohne auch nur einen Funken vom Outback, Kängurus und Koalas gesehen zu haben, gings dann mit dem Flieger nach Brisbaine, unserem letzten Halt, bevor wir der Heimat wieder die Hand schütteln und ich die nächsten Jahre die Gaudi hier abarbeiten darf. Ahja, falls der eine oder die andere einen Job für uns weiß, haltet eure Infos nicht zurück, wir freuen uns auf die Möglichkeit (vielleicht nach den Sommerferien
), so schnell als möglich, wieder Teil des Rades zu werden.
Zu Brisbaine gibt’s nicht viel zu sagen, außer dass die Stadt nicht so cool wie Melbourne ist, aber wir sind auch mittlerweile nicht mehr aufnahmefähig, weil unsere Gedanken schon bei euch zHaus sind und wir die Koffer für die Rückkehr schon gepackt haben.
War das jetzt der letzte Bericht? Ja, zumindest vom Ausland.
Ist die Reise jetzt vorbei? Die Reise ist nie vorbei.
Aber ich mein, gibt’s nichts mehr Lustiges zum nachlesen und nachempfinden, keine schönen Fotos mehr zum träumen? Wer weiß, was die Zukunft noch lustiges bereithält und wie schnell ich die Gaudi abgezahlt hab.
Wir danken für die Aufmerksamkeit! Es war uns ein Vergnügen Euch an unserem kleinen Urlaub teilhaben zu lassen. Bis bald…
In Liebe
Euer Captain Nairolf und Lady Bü
Jun
03
Posted by Captain Nairolf & Lady Bü
Genau im richtigen Moment, genau wo die Regentage ansteigen und Temperaturen in die Tiefe rasseln, genau dann durften wir uns als glückliche Besitzer zweier Tickets nach Samoa sehen. Zwischen dem Verkauf des Vans und dem Abflug nach Samoa lagen nur 6 Tage. Gegen Ende ist es fast noch stressig geworden, die Zeit verging wie im Flug, aber wir haben uns von jeglichen Zwängen befreit, einen unserer Rucksäcke im Backpacker verstauen lassen, den anderen für unseren kleinen Urlaub fit gemacht und sind dann pünktlich um 3:10 am Morgen bereitgestanden, um unseren Flug zur rechten Zeit zu erreichen. Um 6:00 ging’s dann los mit dem günstigsten Anbieter, Pacific Blue, nach Samoa.
Zu Essen und Trinken gab es nur gegen Bezahlung, Knie standen am vorderen Sitz an und dann saß eine gut gefüllte samoanische Mami neben uns, die sogar eine Verlängerung für den Gurt brauchte, weil die Standartgröße nicht ausreichte. Ich saß in der Mitte, a Traum. Wir flogen ca. 2 Stunden (Gesamtflugzeit: 3 ½ Stunden), Andrea mützelte vor sich hin, ich las. Plötzlich informierte uns die nette Stimme des Piloten, dass wir Probleme mit dem Funk (auf englisch Radio) hätten und wir daher nach Auckland zurückfliegen müssten, um das Problem beheben zu können. Andrea verstand die Welt nicht mehr, sie hörte nur, dass es Probleme mit dem Radio gäbe und verstand nicht warum man deswegen zurückfliegen müsste. Well, dann ging’s wieder zurück. In Auckland bekamen wir Gutscheine, die wir gleich gegen Kaffee und Kuchen eintauschten. Gott, war ich angepisst. Nach einer weiteren Stunde am Flughafen verfrachtete man uns in einen neuen Flieger, zum Glück mit einem größeren Abstand zwischen den Sitzen, sodass ich wenigstens ein wenig mehr Platz für meine Fußerl hatte. Erstaunlich, wie relaxt und locker die Leute die Prozedur und Verspätung über sich ergehen haben lassen, ohne böse Worte, zumindest haben wir nix verstanden (haben ja samoanisch gesprochen).
Schon beim aussteigen des schön klimatisierten Flugzeuges bekamen wir eine Ohrfeige durch die Hitze, dass wir bei der Passkontrolle von Schweiß durchnässt standen und schwer mit dem Kreislauf zu arbeiten hatten. Ich sag nur: „Halts die Schlapfen, jetzt wird gejubelt. HEEEEYYYY!“ Betäubt und geschwächt ließen wir uns mit einem Taxi nach Apia bringen, checkten in ein Hotel ein, schnallten kurze Hose und Flip Flops um und hielten den Ball nach den Strapazen so flach als möglich. Als Krönung kam noch dazu, dass ich Halsweh hatte und mich generell krank fühlte. Na supa, genau dann wenn die Sonne wieder rauskommt wird klein Flokki krank, aber ist ja klar, in den letzten 6 Monaten gab’s auch keine Zeit dazu.
Samoa bzw. das Western Samoa (es gibt noch ein Amerikanisches Samoa, was 40 Minuten mit dem Flieger entfernt liegt), besteht aus zwei Inseln. Upolu, die kleinere aber dichter bewohnte Insel, wo auch die Hauptstadt Apia und der Flughafen zu finden sind und Savaii, die größere Insel, die in 90 Minuten mit der Fähre zu erreichen ist. Wir haben uns am Muttertag (Alles Gute noch nachträglich an alle Mütter und Mamas) in ein traumhaftes Resort fahren lassen (war fast eine Tagestour), buchten für die kommenden Tage eine geschlossene Beach Fale (so wohnt man in Samoa, da gibt’s offene und geschlossene), genossen den Traumstrand Lalomanu, wo ich mich gleich in der ersten Stunde aufbrannte, bewunderten bunte Fischerla beim schnorcheln und fieberten dem ersten Abendessen entgegen. Wir haben uns ein Resort ausgesucht, was am Abend ein Buffet auftischt, in der Hoffnung, dass unsere kulinarischen und exotischen Genüsse/Erwartungen befriedigt werden. Leider stellte sich heraus, dass unsere Erwartungen zu hoch geschraubt waren und in den kommenden Tagen mussten wir davon loslassen bzw. runterschrauben. Kleines Beispiel? Es gab zwar Langusten, nur leider dachte sich der Koch er müsse eine Käsesauce darüber gießen, was die ganze Sache fast ungenießbar gemacht hätte, wenn wir nicht so hungrig gewesen wären. Und einmal gab’s zum Frühstück Spaghetti aus der Dose, die man sich so vorstellen muss, wie wenn man über zerkochte Nudeln Ketchup drüber gießt und dann das ganze schön aufwärmt. Nachdem wir uns von unseren abgehobenen Vorstellungen vertschüsst haben, war es dann eh nicht so schlecht und wir konnten beginnen, unseren Urlaub vom Urlaub zu genießen. Die kommenden 3 Tage verbrachten wir in Lalomanu, ich kurierte mich von meiner Erkältung und pflegte meinen Sonnenbrand. Am zweiten Tag hatten wir zwar den ganzen Tag Regen, war aber egal, es war trotzdem angenehm warm, wir genossen ungehindert das bacherlwarme Wasser, feierten pazifische Nächte mit der vom Duty Free mitgebrachten Rumflasche und schliefen unter Mosquitonetz mit komischen Träumen.
Eigentlich hatten wir ja die Schnauze voll von Ort zu Ort zu springen und sehnten uns nach einem Fleckerl wo wir unsere Zeit des Friedens verbringen konnten, nur irgendwie passte es uns in Lalumano nicht, deswegen beschlossen wir, auf die andere Insel, Savaii, zu fahren, um dort unser Glück zu versuchen. Was echt immer wieder ein lustiges Erlebnis war, war das Bus fahren. Alte Busse, die es mit dem Fahrplan nicht so ernst nehmen, eine fette Bassbox die im hinteren Teil des Busses liegt und dafür sorgt dass in vollem Beat die Ärsche der Fahrgäste wackeln. Meistens ist der Bus bis zum Rand voll mit Leuten, die dann schon teilweise fast aus dem Fester raushängen und übereinander geschlichtet sind
In Savaii fuhren wir nach einer weiteren Tagestour in das Resort Vacation in Manase, wo wir uns in eine schöne, halb offene Fale einbauten. Dann wurde Andrea krank, die dann die nächsten zwei Tage flach in der Fale erlag. Zu Essen gab’s zwar kein Buffet, aber dafür war das Essen nicht so schlecht, bis sich das Repertoire wiederholte und uns dann schöne fette Lammteile aufgetischt wurden. Zum Frühstück wurden wir auch hier mit in Omelettes versteckten Spaghettis überrascht, aber das war uns egal, wir blieben.
In Manase trafen wir auch zwei Schweizerinnen, Benedetta, Nicole und Melanie aus Deutschland wieder, die wir schon in Lalumano kennen gelernt haben. Die Mädels liehen sich für ihre Tage hier ein Auto aus, um Savaii zu erkunden. Glücklicherweise durften wir bei einem Ausflug mit und konnten dadurch die Erfahrung machen, mit Schildkröten zu schwimmen, sonst hätten wir ja außer Strand gar nichts gesehen oder gemacht. Danach ging es zum berühmten Krater und seinem Craterman (ein schräger Typ der die Leute zum Krater führt), um einen verwachsenen Abgrund, wo man nicht viel sieht, außer dass man einen schönen Ausblick hat, genießen zu können, der durch einen Vulkanausbruch Anfang des 19. Jahunderts entstand. Am Weg vom Hafen nach Manase kommt man bei Lava-Feldern vorbei, die einst ganze Dörfer vernichtet haben und wo die leben müssen und hinkommen, die von ihrem Dorf verstoßen, verbannt wurden.
In Samoa gibt es eine ganz strenge hierarchische Ordnung, die schon seit fast 3000 Jahren nach wie vor gelebt wird. Alles dient zum Zweck des Dorfes. Jedes Dorf hat einen Chief, der in der Hierarchie an oberster Stelle steht. Er ist gemeinsam mit dem Pfarrer die absolute Autoritätsperson im Dorf – sein Wort ist Gesetz! Die Samoaner sind ein sehr familienorientiertes Volk, wo die Ältesten das Sagen haben und die Jüngsten schön brav kuschen müssen und überhaupt keine Rechte haben, die müssen sie sich erst verdienen. Alles was verdient wird, wird dem Familienoberhaupt abgegeben, der wiederum einen gewissen Anteil dem Chief/Dorf abgibt, was zur Folge hat, dass nur das Nötigste getan wird, weil man sich ja eh nichts behalten darf. Arbeitslosigkeit liegt bei 70%, Zukunftsperspektiven schauen nicht rosig aus für die Jugend, deswegen wollen auch die meisten in die Ferne um ihr Glück zu versuchen. Die Samoaner sind ganz brave Kirchengeher, alle gehen am Sonntag in die Kirche, wirklich alle, außer die, die Touris bedienen oder zu Hause alle Arbeiten verrichten, dürfen der Kirche fern bleiben. Und jede Woche wird brav gespendet, dass meiste Geld fliest der Kirche zu, auf was sie ganz stolz sind, sodass es schön laut bei der Messe vorgelesen wird, wie viel jede Familie gespendet hat. Denk mir, dass wird halt auch eine gewisse Spannung und Druck erzeugen. Am Sonntag hat auch wirklich alles zu und Alkohol darf auch nicht getrunken bzw. verkauft werden, Surfen und andere Aktivitäten sind auch verboten und auf manchen Stränden darf man nicht mal schwimmen. Also da zählt der Tag des Herrn noch was.
Nach 6 Tagen und nachdem wir jeden Abend immer nur Fleisch serviert bekommen haben, packten wir unsere 7 Sachen und zogen in das Resort nebenan ein, in eine offene Fale, wo wir als einzige Gäste unsere Wünsche deponierten durften. Dort bekamen wir auch dann auch unseren heiß ersehnten Fisch mit ganz viel Knoblauch. Schon eigenartig, dass man auf einer Insel, die von einem Riff umgeben ist und wo ganz viele Fische (Thunfisch, Snapper und so) im tiefen Wasser leben, immer nur Fleisch vorgesetzt bekommt. Was haben wir sonst noch so angestellt? Well, wir chillten im Wasser (siehe Foto), haben ganz viel gelesen, besuchten die benachbarte Strandbar, die von zwei Schweizern geführt wird, wo wir auch mit einer Menge Hintergrundinformationen über Samoa versorgt wurden und sonst sorgten wir dafür, dass wir keinen weiteren Sonnenbrand aufzogen. Wir genossen es in vollen Zügen, dass Nichts tun, aber brauchten eine ganze Woche um uns daran zu gewöhnen.
Am letzten Abend in Apia dachten wir uns, dass wir uns noch mal so richtig schön feiern lassen und gingen in eines der besten Restaurante von Apia. Ich muss wirklich gestehen, dort wurde uns auf unserer bisherigen Reise das beste Essen (Fisch) aufgetischt, wo man bei jedem Bissen den Blick in die Ferne schweifen lies und vor sich hin träumte. Ein sehr inspirierendes Essen, ein Wahnsinn. Sogar der Küchenchef kam zu unseren Tisch, weil ihm ein Kellner anscheinend erzählte, dass ich tätowiert sei und er wollte meine Tattoos sehen, da auch er übersäet sei mit traditionellen Tätowierungen (konnte man nur an Unterarm und Handrücken erkennen). Luden ihm als Dank für dieses unbeschreiblich gute Mahl zu einem Cocktail ein und dankten ihm noch ein paar Mal, dass er so gut für uns gekocht hat. Also mit diesem Abend hat Samoa den Punktestand ganz schön nachgezogen, perfekt um weiter zu ziehen.
Neuseeland hinter uns, Samoa hinter uns und jetzt zur Abrundung noch ein bissi Australien. Begonnen wurde in Melbourne und so viel kann ich schon sagen, diese Stadt ist der Hammer.
Mai
10
Posted by Captain Nairolf & Lady Bü
Die erste Woche in Auckland war verregnet, wir mussten noch nicht arbeiten und sind daher schon vormittags vorm Fernseher abgehangen, haben uns ein Video, ja VHS, nach dem anderen rein gezogen und schliefen noch die letzten Tage im Van. Wir mussten leider noch was beim Van richtigen lassen, noch ein bissi Kohle investieren, dass wir ein Pickerl dafür bekamen, was ein bissi öd war, weil wir ja sowieso nicht mehr das Mördergeschäft damit machen, aber dafür war er Tipp Topp beinander und bereit für den Verkauf.
In der ersten Woche sind wir auch mit der Realität konfrontiert worden und mussten uns innerlich schon mal darauf vorbereiten, dass wir für den Van nicht denselben Preis bekommen, wie wir es uns erträumt hätten. Die Stimmung unter denen die ein Auto oder einen Van zu verkaufen haben ist zu dieser Zeit ziemlich deprimierend, weil zum einen fast keine neuen Touris ins Land kommen und zum anderen ein Überangebot von Autos und Vans herrscht und die, die sich nicht viel Zeit zum verkaufen geben, müssen nachher ihr Gefährt um Peanuts hergeben. Wir haben natürlich alle Wege in Anspruch genommen um unseren Super-Van anzubieten, haben Zettel verteilt und aufgehängt, haben ihn in verschiedene Internetseiten reingestellt und sind glücklicherweise zum größten Automarkt hingefahren um ihn los zu werden. Also bei den Zetteln die wir aufgehängt haben, hat original kein Mensch angerufen und auch auf die Internetinserate hat keiner reagiert, was uns nicht grad sehr motiviert und kraft gespendet hat. Mit letzter Willenskraft und in letzter Sekunde beschlossen wir, auf den größten Automarkt, der jeden Sonntag stattfindet, hin zu fahren und unser Glück zu versuchen. Nicht gerade angetan vom Wetter, es schüttete wie aus Kübeln, und auch nicht wirklich überzeugt, parkten wir uns in zweiter Reihe auf einer großen Rennstrecke zu den anderen.
Massen von Autos parkten schon am Feld und mindestens 40 Vans standen dort, die alle auf einen neuen Besitzer warteten. Wir starteten mit einem Preis von 3400, den wir nach einer Weile im Regen auf 3000 runter setzten. Es waren zwar ein Haufen Leute dort, aber irgendwie war keiner so richtig an unserem Schmuckstück interessiert, bis kurz vor Ende der Veranstaltung drei Jungs auftauchten und unseren Van unter die Lupe nahmen. Zwei Köche aus Köln und ein Österreicher, die für ein Jahr nach Neuseeland gekommen sind, bekundeten ihr Interesse. Wie soll es auch anderes sein mit unseren deutschen Kollegen, denn die lassen sich nicht foppen und kaufen etwas blind, so wie wir, nein, die wollen es genau wissen und beschlossen unseren Van von einem Mechaniker auf Herz und Nieren zu überprüfen. Wie sich nach einer zweistündigen Inspektion herausstellte, ist der Van für sein Alter und den gefahrenen Kilometern in super Verfassung, was es uns bei den Preisverhandlungen ungemein erleichterte, von unserer Verhandlungsbasis von $2500 keinen Zentimeter mehr abzuweichen. Zum Glück haben es unsere fetten Reifen den Jungs so angetan, dass wir unser Gefährt und Wohnung der letzten 5 Monate für $ 2500 mit einem tränenden Auge den neuen Besitzern übergaben. YES, den Van sind wir los, auf zu neuen Herausforderungen.
So, jetzt haben wir ja den Van viel zu früh verkaufen können, was sollen wir den mit der ganzen Zeit, bis der Flieger Ende Mai nach Australien geht, anfangen? In Auckland bleiben und uns zu Tode fadisieren. Nein! Wir haben eine bessere Idee, genau, wir könnten ja nach Samoa fliegen. What should I say, am nächsten Tag gingen wir gleich als erstes zum Reisebüro und buchten einen Flug nach Samoa. Heute um 3:10 in der Früh werden wir abgeholt und dann geht’s für zwei Wochen an den Strand, bevor wir unser Abenteuer in Australien fortsetzen.
Ahja, wenn ihr die Gelegenheit habt, dann bitte schaut euch im IMAX U2 in 3D an, da muss man gar kein U2 Fan sein, um dieses Konzert nicht absolut geil zu finden. Alleine wegen dem Sound ist es schon empfehlenswert, echt der Oberhammer, da zahlt es sich sogar aus, einen Ausflug nach Wien zu machen.
Der Highlight unseres Aucklandaufenthaltes war Andrea´s Geburtstag, den wir auf ganz edel in 316m Höhe, im Restaurante des Skytowers, bei Kerzenschein und atemberaubenden Blick zelebrierten. Auckland bei Nacht, ein Lichtermeer, unvergesslicher Moment, auch durch den Nebel von 3 Flaschen Sekt nicht getrübt. Zwar diesmal ohne Whirlpool, aber dafür mit gutem Essen und Trinken auf einer drehenden Scheibe. Bin ich froh, dass es sich ausgegangen ist, dass wir es auf den Skytower geschafft haben.
Und auch die nächste Botschaft wird den einen oder die andere nicht verwundern, aber ich glaub wir werden doch keine 6 Monate in Australien verbringen. JA meine Freunde, wir kommen bald wieder Heim, Rechtzeitig zu Herbert´s und Anjas´s Hochzeit, um euch alle in unsere Arme schließen zu können und euch mit unseren zig tausenden Fotos zu langweilen. Aber bevor es ernst wird, holen wir noch mal ordentlich aus, lassen uns bis zum Anschlag feiern, werden in Australien den Tauchschein machen (Fixpunkt) und noch einen Haufen schöner Fotos schießen.
Liebe.
Apr
24
Posted by Captain Nairolf & Lady Bü
In New Plymouth haben wir uns ganz schön fadisiert, sind aus lauter Langeweile sogar ins Museum gegangen, das gar nicht mal so schlecht ist, weil’s eine sehr gute und interessante Fotoausstellung hatte, war sehr inspirierend. Sonst haben wir noch den Regen zugehört wie er auf unseren Van prasselt und bekamen an unserem letzten Abend einen super Sonnenuntergang mit cooler Wolkenformation präsentiert. Ja, es stimmt, ich kann es nicht mehr länger abstreiten. Ich liebe Wolken. Mittlerweile hab ich auch schon eine stolze Sammlung von Wolkenfotos, mit denen ich euch noch quälen werde, die ihr euch alle anschauen müsst bis ihr nicht mehr in den Himmel schauen könnt bzw. froh sein werdet, wenn ein strahlend blauer Himmel, ein wolkenfreier Tag ist J. Zur Feier von Pezi’s, mit Auszeichnung (Streber) bestandener Lehrabschlussprüfung, haben wir einen Ausflug zu den Botanischengarten gemacht. Mit Regengesichtern, aber Sonne im Herzen, haben wir uns exotische Orchideen zu Gemüte geführt und wanderten unter einem nassen, tröpfelnden Dschungelblätterdach umher.
Auf unserem Plan stand als nächstes unsere Wanderprüfung, die Königsklasse, das Tongariro Crossing, für das wir hart trainiert haben. Von New Plymouth ging es dann wieder über den Forgotten World Highway ins Herzen des Tongariro National Park, nach Whakapapa Village, wo wir uns gleich nach dem einchecken am Campingplatz, Bustickets für das morgige Crossing sicherten. Wir hätten ja gern die 3-Tagestour gemacht, aber da man leider keine Schlafsäcke ausleihen konnte, haben wir es bei einer Tagestour belassen, durch Mordor, 7 Stunden, Alpinwanderung. Uns wurde zwar versichert, dass wir ein wunderbares, sonniges Wetter mit herrlich klarem Blick haben werden, doch als wir um 7:30 beim Start des Tracks ankamen und ohne zu zögern gleich losgingen, war alles wunderschön in Nebel gehüllt. Leichter Nieselregen befeuchtete unsere Gesichter und die morgendlichen Temperaturen erleichterten es uns, unsere Füße in die Hand zu nehmen, um unsere erste Alpinwanderung zu starten.
So gingen wir über vulkanisches Gestein, durch das Land des dunklen Herrschers Sauron. Mordor hüllte uns mit seiner ganzen Macht ein. Eigentlich wollt ich ja Frodo sein, aber nachdem ich doch noch der Schwerere von uns beiden bin, hab ich mich mit der Rolle als Sam angefreundet und ging mit der Frodo Richtung Schicksalsberg, um den Ring, den wir an einem verlassenen Strand gefunden haben und wahrscheinlich eine Muschel einmal war, zu vernichten. Als wir am Fuße des Schicksalsberges anlangten, mussten wir leider feststellen, das der Berg in Nebel eingehüllt war, wie auch der ganze Weg bis dorthin, und wir auf allen vieren den Berg erklimmen und uns mit extremen Windbedingungen auseinandersetzten hätten müssen. Wir beschlossen den Ring zu behalten, den Stress auf den Berg rauf, haben wir uns nicht angetan, außerdem können wir jetzt die Menschheit unterjochen und versklaven. Rauf auf den nächsten Vulkan, vorbei am Red Crater, wo man am Boden heiße Luft durch Ritzen strömen spüren konnte. Wegen des Nebels konnte man zwar nichts von der Umgebung erkennen, dafür konnten wir unsere Finger aufwärmen. Und dann plötzlich reißt die Nebeldecke auf und uns wurde ein wunderbarer Blick auf drei kleine Seen, den Emerald Lakes, enthüllt. War quasi das Highlight oder besser gesagt, dass einzige was man zu Gesicht bekam. Nach ein paar Fotos und besinnlichen Minuten bei den schönen grünen Seen, machten wir uns weiter auf den Weg durch den Nebel und langsam aber sicher ging’s dann Berg ab.
Am Anfang noch voll motiviert, war ich gegen Ende schon so angepisst, weil es nicht einfach Berg ab ging, sondern konstant, stetig, immer nur ein bisschen Berg ab, ein Traum für die Knie, die wir dann die Tage danach schön spürten. Das letzte Stückchen verläuft durch einen Dschungel, übrigens die längsten 45 Minuten die wir je erlebten (pah, war ich grantig), und plötzlich fällt meinem Schatz aus dem Nichts ein Ast auf den Kopf. Gott sei Dank ist nichts passiert. Wie ein Lotto Sechser, nur ohne Geld. Und dann passiert ihr das, wo es sie eh schon vorher zweimal bodschad auf die Knie gelegt hat.
Nach stolzen 6 Stunden und 22 Minuten haben wir dann endlich den Parkplatz erreicht, legten uns in die Sonne, die dann pünktlich zum Ende erschien, und ruhten unsere geschundenen Beine aus. Alpintauglichkeit: Bestanden!
Nach einer kalten, verfrorenen Nacht fuhren wir am nächsten Tag nach Coromadel Peninsula, um der Kälte zu entfliehen und einen weiteren Punkt auf unserer „noch-machen-muss-Liste“ abhacken zu können. Wir fingen in Thames an, verbrachten eine Nacht in diesem alten Goldsucherdorf und fuhren dann weiter nach Coromandel. Dort konnte uns nichts halten und deswegen beschlossen wir direkt nach Whitianga weiter zu fahren, wo wir dann auch die nächsten Tage verbrachten. In der nähe von Whitianga liegt der berühmte Hot Water Beach, den wir dann auch eines Nachmittages aufsuchten. Ich hab mir das ganze mit dem Hot Water Beach ja viel romantischer vorgestellt und zwar, dass man zur richtigen Zeit hinkommt, man muss ja Ebbe und Flut bedenken, sich ein gemütliches Loch buddelt, das Loch sich mit heißem Wasser füllt und man dann gemütlich mit seiner Liebsten in dem natürlichen Spa entspannende Stunden verbringen kann. Die Realität schaut anders aus. Stress, Massen von Touristen, ganz viele Leute mit Spaten. Stressig neben den Massen einen heißen Platz zu finden, dann wieder Wellen die einem das frisch geschaufelte Loch wieder zu schüttet, Sand vom Nachbarn der dir ins Gesicht spritzt, böse Blicke von anderen denen man Sand ins Gesicht schaufelt… Also absolut keine Möglichkeit auch nur einen Funken von Romantik aufkommen zu lassen, geschweige gemütlich im natürlichen Spa zu chillen.
In der nähe vom Hot Water Beach unternahmen wir auch unsere ersten kleinen Track nach unserem großen Crossing und spazierten zu dem Cathedral Cove, machten ein paar schöne Fotos, genossen die Sonne und die angenehme Temperaturen, die noch nicht vermuten ließen, dass der Herbst in vollen Zügen ins Land gezogen ist. Bei euch breitet der Frühling seine Arme aus, die Säfte fangen an zu steigen, das Land erwacht zum Leben, süß sprühen die Blumen ihre Düfte, was ich zum Glück nicht miterlebe, da ich ja gegen die Pollen allergisch bin und ich mir Nießanfälle erspare. Aber ich gönne es euch von ganzem Herzen. Wir wünschen euch einen fantastischen, lieblichen, süßen Frühling.
Am nördlichsten Punkt von Coromadel liegen die schönsten Fleckerl, wo man dann auch wild campen kann und schwer in der Pampa ist. Ein Pärchen was wir in Waitangi getroffen haben, hat uns schon vor Monaten von einem speziellen Platzerl erzählt, wo es traumhaft schön sein soll und wo man in vollkommener Abgeschiedenheit relaxen kann. Und da wir eh nichts Besseres zu tun hatten, relaxen immer gut klingt, haben wir uns auf die Suche nach dieser viel versprechend, schönen Bucht gemacht. Nach Stunden auf Schotterstraßen, erreichten wir endlich Fletcher Bay, den nördlichsten und letzten Strand dieser Region.
Ich kann nur sagen, wir wurden nicht angelogen. Dort haben wir wirklich einen traumhaften Platz gefunden, mit Campingmöglichkeiten direkt am Strand, so wie wir es uns immer gewünscht hätten, aber nie gefunden haben bzw. es bis dort hin nie gepasst hat. Dort fanden wir dann den perfekten Strand. Den Van haben wir dann so hingestellt, dass wenn man die Tür aufmacht einem sofort der Strand und das Meer ins Gesicht hüpfen, voll geil. Nicht nur dass der Standplatz perfekt war, auch das Wetter beschenkte uns mit Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen, sodass wir auch die Möglichkeit nutzten, ein letztes Mal bevor es kalt und nass wird, im Meer zu schwimmen. Durch die Zeitumstellung wird’s hier schon so um sechs dunkel und da auf diesen Fleckerl Erde so gut wie keine Lichtquellen sind, erstrahlt der Nachthimmel mit seinen zig tausenden von Sternen, so wie ihn der große Schöpfer erschuf. Das Sternenbild der südlichen Hemisphäre und genau über uns die fette Milchstraße in einer Klarheit und Intensität, dass es uns in den Schlaf verzauberte. Wenn wir im Van lagen, konnte man schön durch das Fenster die Sterne bewundern und mit diesem Bild fielen wir wie hypnotisiert in den Schlaf. Und da wir schon so früh einschliefen, wachten wir zum Sonnenaufgang wieder auf und konnten mit offener Tür zuschauen wie die Schatten langsam verschwanden und der neue Tag heran brach.
Da ist man am Arsch der Welt und plötzlich schaut eine Frau beim offenen Van rein und nach kurzem Tratsch stellt sich heraus, dass man aus derselben Stadt kommt. ??? Andrea macht einen Track den man dort machen kann (von Fletcher Bay nach Stony Bay) und lernt beim wandern einen aus Lieboch kennen. ??? Monate sind wir jetzt schon unterwegs und wir haben außer ein paar Ausnahmen kaum Österreicher getroffen und genau am abgeschiedensten Ort, trifft man gleich zwei aus Graz, witzig.
Am letzten Abend machten wir ein kleines Feuer, was dort glücklicherweise sogar erlaubt ist, sonst eh schon fast überall in Neuseeland verboten, versuchten uns im Brotbacken am offenen Feuer und genossen den Frieden der Abgeschiedenheit ein letztes Mal. Dankbar und glücklich verabschiedeten wir uns von diesem bezauberten Ort und machten uns auf den Weg nach Hamilton.
Hamilton ist die dritt-größte Stadt auf der Nordinsel und so wie in den meisten größeren Städten, beehrten wir auch hier das hiesige Kino. Dort haben wir uns den neuesten Film mit Will Farrell „Semi-Pro“ angeschaut und haben unsere Lachmuskel ein wenig massieren lassen. Als nächstes stand Raglan, ein kleines Surfernest an der Westküste, auf unserer Liste und der dezente Wunsch, es doch noch mal mit dem surfen zu versuchen. Die hätten dort eine feine Welle die so bricht, dass ich mir als Goofy, so steh ich am Brett, leichter getan hätte, nur leider hatten wir super Pech mit dem Wetter und Wellen gab es auch keine. So saßen wir im Aufenthaltsraum, haben uns dem lesen hingegeben und durften dem Regen beim Fall auf den Boden zusehen, ah net schlecht.
Als letzten Höhepunkt stand Waitomo Cave auf unserer Liste, wo man Black Water Rafting, Höhlen erforschen, Glühwürmer beim glühen zusehen und sich in tiefe Höhlen abseilen lassen kann. Man kann natürlich aus einer Reihe von verschiedenen Anbietern alles Mögliche an verschiedenen Touren buchen, die sich auch preislich unterscheiden. Wir haben uns für die günstigste Tour entschieden, die preis- leistungsmäßig am meisten anbietet. Von allem ein bisschen. Angefangen hat es mit abseilen von 27m Höhe, zwischen einen Erdspalt in die Höhlen runter. Mit einem dezenten Adrenalinkick vom abseilen ging’s dann an einem unterirdischen Fluss entlang, wir kamen an Stagnatiten und Stalatiten vorbei, bekamen einen Geschmack von vollkommener Dunkelheit geboten, wateten durch eiskaltes Wasser und mussten uns an Felsen festhalten, dass uns die Strömung nicht davon trug. Glühwürmer erstreckten sich die Decke entlang und boten ein Bild wie der Sternenhimmel. Zur Abrundung gab’s noch eine kleine Fahrt in aufgeblasenen Reifen den unterirdischen Fluss entlang und zum Abschluss durften wir dann aus der Höhle raus kraxeln. Wie man sich vorstellen kann, haben wir uns tierisch auf die heißen Duschen gefreut. Ah ja, man musste sich abwiegen bevor man mit der Tour startete und vor der Aktion hatte ich 90kg, danach nur mehr 89kg. Was sagt man dazu, vor einem Jahr war ich noch bei 100 bzw. bissi mehr und nun hab ich wieder die weniger als 90 Grenze erreicht, was sich super anfühlt.
Well, wir haben alle Punkte abgehackt, können behaupten die Nordinsel erforscht zu haben und nun kommt die Zeit des Abschiedes. Ende Mai geht unser Flieger nach Australien, wo die nächsten Abenteuer auf uns warten, aber bis dorthin müssen wir uns mit dem Verkauf des Vans befassen, was sich zu dieser Zeit des Jahres äußerst schwierig gestaltet, weil halt auch weniger Touris das Land bereisen und immer weniger Leute Bock haben, in der Kälte zu schlafen. Realistisch betrachtet, bekommen wir nicht mehr denselben Preis den wir gezahlt haben, aber wir nehmen uns genug Zeit, um einen guten Preis dafür zu bekommen und vielleicht geht es sich ja noch aus, dann schau wir in Samoa auch noch vorbei.
Jetzt sitzen wir in einem Backpacker in Auckland, lassen grad beim Van des Pickerl machen, gehen heute Abend aufs Salmonella Dub Konzert und fangen hier nächste Woche für Unterkunft zum putzen an. So weit so gut.
Mrz
31
Posted by Captain Nairolf & Lady Bü
Wow, da geht was ab, keine Zeit zu vergeuden, keine Zeit zu verschenken, rauf und runter, immer der nächsten Attraktion hinterher, bis einem das Wetter einen verregneten Tag schenkt, wo man sich die Zeit nimmt, um ein wenig zu reflektieren und den Wartenden Futter zum träumen schenkt.
In Whakatane haben wir uns über eine Woche eingebaut, wollten ja auch Arbeit finden, was dann schlussendlich nicht geklappt hat, weil die in dem Örtchen selbst mit Mangel an Arbeit zu kämpfen haben. Well, dann nicht. Aus einer Besichtigungstour auf die White Island, einem aktiven Vulkan im pazifischen Ozean, der nicht weit von Whakatane entfernt liegt, wurde nichts. Hatten auch mit dem Gedanken gespielt, eine Tauchexkursion um die White Island zu machen, was wir dann aber auch nicht unternahmen, da es unser Budget zu sehr strapaziert hätte. Außerdem hab ich mich für eine Verschönerung meiner Haut entschieden und wollte daher keine zu großen Ausgaben tätigen, die mein zukünftiges Arbeitsverhältnis unnötig in die Länge ziehen. Hi hi hi… wir haben ja keine Zeit.
Wenn wir schon nicht viel in Whakatane gemacht haben, können wir doch mit Stolz berichten, dass wir zum Wandern angefangen haben oder besser gesagt, scheuen wir uns nicht mehr, stundenlange Wege, Berg auf, Berg ab, dahin zu spazieren. Ich brauch da immer ein bissi Anlaufzeit bzw. viel Motivation bis ich mal starte, aber wenn ich dann mal geh, kommt die Maschine ins rennen und ich lauf bis mich wer anhält oder der Track zu Ende ist. In Whakatane sind wir einen schönen Wanderweg entlang gegangen, der mit 5 bis 7 Stunden angeschrieben ist, den wir allerdings in nur 3 Stunden abgerannt sind. Ich sag nur „The Machine“.
Schräg zu berichten ist, dass es in den kleinen Dörfern, speziell in Whakatane, eine unterschwellige Aggression zu verspüren gibt und es scheinbar an der Tagesordnung steht, dass regelmäßige Schlägereien stattfinden. Andrea und ich gingen gerade vom Geschäft nach Hause, zwei Autos begegnen sich auf der Straße, beide halten an, die Fahrer beschimpfen sich durch die offenen Fenster, eines der Autos hält am nächsten Parkplatz an, Fahrer springt raus. Wenige Momente später kommt das andere Auto angefahren, stoppt, Fahrer springt raus und rennt ungebremst auf den anderen Fahrer mit geballten Fäusten zu. Patsch, patsch, eine links, eine rechts, wüste Beschimpfungen, Fußtritt, ducken, Abwehr, wieder eine von rechts, patsch, patsch, schrei, Gebrüll und beide hüpfen wieder in ihre Autos und sind weg. Von sicherer Entfernung wurden wir Zeugen wie an helllichtem Tage, so mal ganz schnell nebenbei sich zwei fest ins Gesicht schlagen als wäre es das Normalste auf der Welt. Als wir geschockt im Backpacker ankamen, stand Jeff (auch kein ungeschorenes Schaf), ein fixer Bewohner eines Containers vom Backpacker, auf der Straße und fragt uns, ob wir von der Schlägerei was mit bekommen hätten, da er gerade über den Polizeifunk gehört hat (er will ja immer einen Schritt voraus sein), dass um die Ecke Aktion abgeht. Auch am Wochenende ist es scheinbar fast schon ein Hobby, Schlägereien beizuwohnen, ob als Besucher oder als Beteiligter. Schräg und nicht grad chillig, die Vibes spürt man halt. An dieser Stelle möchte ich die ängstlichen Lesern beruhigen und sagen, dass die bösen Buben schon eine „Machine“ erkennen, wenn sie eine sehen, also alles easy, braucht sich keiner um uns sorgen.
Und dann kam wieder mal der Tag des Abschieds und wir kehrten dem lieben, aber doch etwas aggressiven Dorf den Rücken und fuhren zum Eastcape, wo die ganzen radikalen Maoris leben (Aussage der weißen Neuseeländer) und das Land noch den Maoris gehört. Diese Region (Eastland) ist so faszinierend durch die unberührte Natur und der Tatsache, dass man von dort die Sonnenstrahlen des neuen Tages als erster sehen kann, wenn’s grad nicht bewölkt ist oder gar regnet, so wie in unserem Fall.
Wir quartierten uns an einem Campingplatz ein, wo außer uns nur ein alter, vereinsamter, stolzer Maori lebt, der uns vom ersten Moment an immer was zum essen geschenkt hat und uns sogar zu Kuchen einlud. Auf die Frage, wie lange er schon hier lebe, bekamen wir als Antwort „1000 Jahre!“ (mit angeschwollener Brust und fast schreiend, muss man sich vorstellen). Natürlich meinte er, dass seine Vorfahren dieses Land schon seit 1000 Jahren bewohnt und dass das Land, der Campingplatz und die umliegenden Felder, schon seit Generationen seiner Familie gehören (und der Radiosender). Ich hoffte, ein wenig mehr über die Kultur und über ihren Glauben/Spiritualität erfahren zu können, doch leider erwischte ich genau denjenigen, der an gar nix glaubt, zumindest nicht an Religion oder an etwas Spirituelles („Alles Bullshit und wer dran glaubt ist ein Idiot“). Einer der die Welt nicht versteht und auch nicht verstehen will.
Er war auch der erste, der ein Problem damit hat, dass ich eine Tätowierung hab, die mit Symbolen übersät ist, die ich nicht versteh oder noch nicht versteh, hab aber eh mein ganzes Leben Zeit. Ich wollte mich erklären, aber nachdem ich erkennen musste, dass er Andrea und mich einfach nicht versteht, blieb ich einfach still und hörte mir eine Wiederholung seines Vortrages an. Nach dem er mich ein zweites oder drittes Mal mit schüttelndem Kopf fragte, ob ich wüsste was ich auf meiner Haut trage, bat ich ihn es mir zu erklären, was er wiederum verneinte, da ich kein Maori sei. Die Nacht brach herein, der Wind heulte, Nebelschwaden zogen vom Strand herauf und schufen eine mystisch, gespenstische Atmosphäre. Wir saßen bei ihm in seinem Wohnwagen, hörten Maori-Radio, aßen Kuchen, tranken Wein mit ihm und dann wurde die Atmosphäre ein wenig unangenehmer, weil er dann meinte ich würde das schon noch zu spüren bekommen, was die Symbole auf meinem Arm bedeuten, in einem einschüchternden, ernsten Ton. Angepisst, gekrängt und unverstanden verließen wir seine Hütte, im Van beschlossen wir dann, nur mehr das nötigste mit ihm zu reden und konzentrierten uns auf den nächsten Tag, um rechtzeitig zum Sonnenaufgang wach zu sein. Ein echt gspunnener Hawi, was er dann die kommenden Tage unter Beweis stellte und neue Ankömmlinge nervte. Eins hab ich aber von ihm gelernt und zwar, dass es neben den Glauben an Religion oder an Spiritualität noch eine dritte Sparte gibt, den Glauben an Mythologie. Also an mystischem Flair hat es dem Eastcape nicht gefehlt und mit den Fotos bin ich auch ganz glücklich, leider erlebten wir keinen schönen klaren Sonnenaufgang, dafür war’s eine spannende Zeit.
Nach 3 Nächten und 3 Versuchen, einen klaren Sonnenaufgang zu Gesicht zu bekommen, fuhren wir weiter nach Gisborne, einem Surfernest, verbrachten dort zwei unspektakuläre Nächte, außer das wir die Kapitel ‚Pizza Hut’ und ‚KFC’ erfolgreich und fast erbrechend, abschließen konnten. Da Gisborne uns nicht halten konnte, fuhren wir nach Tolaga Bay (voll schöne Fotos von Tolaga Bay sind unter dem Link zu finden, leider nicht von uns), frönten unsere neue Wanderleidenschaft
und spazierten den berühmten „Cooks Cove Track“ zu einer kleinen Bucht, wo einst Captain Cook zum ersten mal neuseeländischen Boden betrat. In Tolaga Bay gibt’s auch den längsten Steg von NZ. Wir nutzten auch die Gelegenheit nochmals ins Wasser zu hüpfen, bevor der Herbst übers Land hereinbricht, was nun von Tag zu Tag immer mehr geschieht.
Am nächsten Tag ging’s dann nach Waikaremoana, einem National Park mit einem wunderschönen See, was eines der Wanderparadiese dieser Region ist. Dort ließen wir uns von Schweinssandfliegen stechen, genossen einen wunderbaren Sonnenuntergang und ruhten aus, da uns die Füße für eine größere Wanderung zu sehr schmerzten. Nachdem wir schöne Fotos im Kasten hatten und unsere Füße zerstochen waren, fuhren wir quer durchs Land auf die Westküste und bauten uns über Ostern in Wanganui ein. Gelangweilt vom ausgestorbenen Nest Wanganui und enttäuscht vom Oberkapital-Mega-Scheiß „10.000 B.C“ (den muss man echt nicht gesehen haben), musste ich mich betrinken und lehrte im Zuge des Jesus-Todestages (an des ich ja nicht glaub, denn Jesus starb in Indien. Gell Papa) eine halbe Flasche Wodka, der noch von unserer Weihnachtbowle übrig geblieben ist. Auch hier verspürte ich wieder diese unterschwellige, schlafende Aggression, aber Gott sei Dank, blieben wir nicht lange genug, um Bestätigung zu bekommen.
Zu Freude meiner Haut, meines Wohlbefindens und meines Kopfes (hirnwichstechnisch) hatte ich ein paar Tage nach Ostern einen Tätowiertermin in Wellington und daher rückten wir an der Westküste von Tag zu Tag immer näher an Wellington heran. Einen Tag verbrachten wir im Bush (good Bush, not bad Bush), mein Schatzi genoss die Wanderleidenschaft allein ein wenig und ich vertiefte mich in die Hitch Hiker’s Guide to the Galaxy Bücher von Douglas Adams, wo ich eh nur ca. 70 % davon versteh, weil’s halt auch in Englisch ist. Den nächsten Tag genossen wir wieder am Meer (Paekakariki), erlebten ein schönes romantisches Abendessen mit Sonnenuntergang auf einer Terasse eines Restaurants und fuhren am kommenden Tag nach Wellington, um pünktlich zu meinem Termin zu erscheinen.
I did it again!
Beim Tätowierer meines Vertrauens, Manu (Manu Tattoo), ein Maori, der schon vor 5 Jahren Dave, einen Kanadier mit dem ich damals herumreiste, tätowierte, ließ ich mir dann, freehand draufmalend und dann stechend, das Schöpfungsprinzip im Stil der Maori, dargestellt durch 3 Doppelspiralen, verewigen. Scheiße, ich kann leider nicht behaupten, dass es nicht wehgetan hätte. Aber nach 2 Stunden der Qual (scheiße, auf Rippen tut’s weh) war’s dann eh vorbei und heut fängts schon an zum Jucken, ein Zeichen der Heilung. Bin schwer happy mit dem Teil und glücklich über die Wahl der Körperstelle (Solaplexus) und jedes mal wenn ich jetzt auf meine Budn schau, denk ich an die Schöpfung der Dinge
.
Es sind dann schon noch ein paar andere Symbole mit Bedeutung eingebaut, aber die erzähl ich euch, wenn wir uns wieder sehen.
Mission Tätowierung erledigt!
Von Wellington ging es dann zu dem südlichsten Teil der Nordinsel, Cape Palliser, wo ein schöner Leuchtturm steht, den man erreicht, wenn man ca. 270 Stufen, die kerzengerade auf einem Fels verlaufen, rauf steigt. Übernachtet haben wir auf einem wilden Campingplatz im Bush (siehe oben), dort überkam uns die Wanderfreude und wir spazierten, über Stock und Stein zu den Putangirua Pinnacles, Felsformationen die ausschauen wie große Orgelpfeifen und wo sie auch Szenen für Herr der Ringe gedreht haben. Welche, weiß ich erst, wenn ich den Film wieder mal anschau bzw. in mein Location Buch, was zu Hause in einer Kiste liegt, nachschau.
Well, so weit so gut. Im Moment sind wir gerade in New Plymouth, nutzen die Regentage für brav (wieder mal) Bericht schreiben, hängen im Van ab und warten bis es wieder schön wird, dass wir unseren Plänen weiter nachgehen können, denn ein paar Sachen haben wir noch zu erledigen.
Mrz
07
Posted by Captain Nairolf & Lady Bü
Wie es ausschaut soll es noch nicht soweit sein mit dem arbeiten, Andrea und ich sind wieder auf Tour, parken jetzt auf einem Parkplatz bei einem Backpacker in Whakatane und überlegen, ob wir hier eine Zeit verweilen werden. Ich fang aber doch lieber dort an, wo ich das letzte Mal aufgehört hab…
Die Hochzeit in Napier war der Wahnsinn! Gott, haben wir gut gespeist und viel Rotwein getrunken. Es war schön, noch mal zu unseren Freunden nach Napier zurück zu kehren und noch dazu zur ihrer Hochzeit, das war etwas ganz Besonderes. Erstaunlich, wie relaxt Paul und Jess davor noch waren, doch am Tag der Hochzeit sind sie doch ein wenig nervös geworden. Das Fest war angesiedelt bei einem Restaurant am Te Mata Peak, in einer Kurve kurz vorm Gipfel, wo man einen herrlichen Blick über die Region hat. Die Zeremonie fand in einem Zelt auf einer schönen Steinterrasse statt, wo ca. 70 Leute Zeugen sein durften und miterlebten, wie sich die beiden das Ja-Wort gaben. Sehr locker, kompakt, kurz und schön wurde die Zeremonie gestaltet, sodass nicht lange auf Sekt und Brötchen gewartet werden musste. Nach ein paar Gläsern Sekt mit herrlichen Häppchen dazu und einer absolvierten Fotosession, fand sich die ganze Hochzeitsgesellschaft in den Räumlichkeiten ein und setzte sich auf seinen Platz, der mit seinem Namen versehen war. Nach ein paar bewegenden Ansprachen und ohne das Essen lang raus zu schieben, kam auch schon die Vorspeise, die man sich vorher aus einem Menü mit 3 Wahlmöglichkeiten aussuchen konnte. Das Essen war ausgezeichnet, sehr fein, und dass man scheinbar unendlichen Vorrat an Rotwein hatte, übrigens einen sehr Schönen, war natürlich ganz supa. Nachdem das Dessert verschlungen wurde, schnappte sich jeder sein Glas und wanderte mit rotem Kopf zum Zelt zurück, wo dann eine super Band, namens „The Cold Turkey“ zum aufgeigen begann. Die Jungs waren alle Maoris und spielten coolen, funky Oldschool Sound, Musik wo sich dein Arsch von selbst bewegt. Die brachten das Zelt schon nach dem ersten Lied zum wackeln, aber ich muss gestehen, sie hatten es nicht schwer mit dem Haufen, der schon schwer vorgestartet war. Ich kann jedenfalls behaupten, mir treu geblieben zu sein, auf einem Sessel sitzend, nachdenkend und dann vom Schatz in den Van führend. Eine feine Party und eine unkonventionelle Hochzeit. Der Brautvater war froh, dass seine zweite Tochter den Brautstrauß nicht gefangen hat.
Die darauf folgenden Tage verbrachten wir dann ruhiger, genossen mit dem jungen Brautpaar einen schönen Sushi-Abend, wo wir gleich eines der Geschenke, ein Sushi-Set, ausprobieren konnten und unseren Sushi-Heißhunger für einige Zeit ruhig stellen konnten. Dann kam der Tag der Trennung, wir setzten unsere Reise fort und fuhren wieder nach Rotorua, einer thermoaktiven Region, wo es ein bissi strenger richt, weil es überall heraus dampft, blubbert, auf manchen Stellen schießen Geysire in die Luft und in manchen Nationalparks kann man sogar Schwefelgebilde betrachten.
In Rotorua fanden wir glücklicherweise gleich eine günstige Unterkunft, ein schönes schattiges Platzerl für’n Van, bei einem Backpacker, die neben einem Cafe und einer Bar auch einen Pool mit Thermalwasser haben. Diese Unterkunft wurde von uns auserkoren, unsere Heimat bis zum 25. Feber zu sein. Rotorua ist auch die #1 Adresse um ein wenig Einblick in die Welt der Maoris zu bekommen, dort kann man sich unter anderem Maorikonzerte reinziehen, wo dann ganz viel gesungen und der berühmte HAKA (Haka der All Blacks) aufgeführt wird und man bekommt gute Infos über ihre Kultur. An Adventure-Aktivitäten mangelt es nicht. Wenn man es sich leisten kann, kann man an einem Tag Skydiven, danach Zorben (in einer großen Kugel den Hügel hinunter rollen), Bungee jumpen, mit einem Jetboot wie wild herumfahren und dann gibt’s immer noch ganz viel verschiedene andere Sachen zu machen, die alle nicht billig sind. Wir haben gar nix davon gemacht, hat nicht sein sollen. Bei den Kiwis wird Rotorua auch „Rotor Vegas“ genannt.
Wir sind’s ruhiger angegangen und haben uns einen Tag in den Polynesian Spa geschmissen und uns in heißen thermalischen Mineralbädern, schrumpelig, weich kochen lassen. War super, ein Traum. An dem Tag hat’s auch geregnet, wie fast die ganzen 5 Tage, die wir dort verbrachten, trüb und neblig, nass, ein perfektes Wetter für einen Thermen-Tag (checkt’s den Link aus). Edel.
Weil wir es mit dem Wetter auch nicht so dawischt haben, sind wir die meiste Zeit im Van abgehangen und haben uns die erste und zweite Staffel von Heroes rein gezogen. Einmal bin ich zum gegenüberliegenden Schwimmbad gegangen und bin original 10 Längen im Sportbecken geschwommen, danach war ich komplett fertig. Ein Wahnsinn, wie gar nicht ich in Form bin, aber wenn das Essen, was wir uns kochen, immer so gut schmeckt und wir wegen dem Kochen und dem Überlegen, was es zum Essen gibt, keine Zeit für Konditionsüben haben, kann man halt nichts machen.
Was wir noch geschafft haben, war ein Besuch in einem Maoridorf, was genau im Thermalgebiet liegt und wo es im wahrsten Sinne des Wortes aus jeder Ecke dampft. Schaut echt schräg aus, wenn so ein ganzes Dorf dampft, was auch nach wie vor eine sehr aktive Gemeinde ist, die netterweise Touristen durchs Dorf führen und alles ganz gut erklären. Dieses Dorf hat auch den längsten Namen von Neuseeland, wenn nicht sogar der ganzen Welt, checkt’s des aus
„Tewhakarewarewatangaoteopetauaawahiao“.
Dort hat jede Familie im Dorfzentrum eine kleine Box im Boden, wo alle ihre Speisen durch heiße Dämpfe gekocht werden und wo es dann noch einen großen natürlichen Pool mit über 100°C gibt, in dem nur erfahrene Mitglieder kochen dürfen. Leider sind wir zu spät hingekommen, sodass wir nicht mehr die Gelegenheit bekommen haben, Speisen aus dem Pool zu kosten.
Einen Tag vor meinem Geburtstag haben wir uns auf ganz stylisch in einem Motel mit einem Whirlpool eingemietet, um würdevoll und nobel meinen 31. Geburtstag zu feiern. Hätten uns eigentlich ein Programm für meinen Geburtstag ausgedacht, doch Wireless-Internet, Sky-TV, genug zum essen und trinken und dann noch einen Whirlpool im Bad haben es uns unmöglich gemacht, auch nur einen Schritt aus dem Zimmer zu machen. Hihihi. Und fast zur selben Zeit, ca. 12 Stunden Zeit verschoben, haben unsere Freunde zu Hause für und mit uns eine unvergessliche Geburtstagsfeier geschmissen. Ich hab mich fast in die Hose gemacht, wie ich die Fotos und Videos am nächsten Tag gesehen hab und wachsendes Heimweh hat mir fast Tränen in die Augen getrieben. Danke.
Freu mich schon auf den Mai, denn da hat dann die Andrea Geburtstag, bin gespannt was da alles passiert. 3 Tage davor spielen die Foo Fighters in Auckland, vielleicht gibt’s das als Geschenk (mit Motel).
Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Tauranga, wo wir uns dann bei Katrin gemeldet haben, die einst auf mich aufpasste, als ich noch ein kleiner Bengel war, die mit einem Neuseeländer, Andy, verheiratet ist, 3 wundervolle Kinder (Lucy 18, Kim 12 und Mia 6) hat und wir ihr quasi mit der Tür ins Haus gefallen sind. „Hallo, wir sind da“. Glücklicherweise hatte sie an dem Tag Zeit, lud uns zu sich nach Hause ein und offerierte uns, ein Zeiterl bei ihr und ihrer Familie zu bleiben, was wir dankend annahmen. Unser Plan war es ja eigentlich, nach meinem Geburtstag, Arbeit zu suchen, aber leider sind wir in ein so dermaßen mieses Stimmungstief gefallen, das wir kaum Kraft hatten, aus dem Bett zu kommen, geschweige den Arbeit zu finden. Gott sei Dank durften wir bei Katrin und Andy wohnen, besiedelten eine ausziehbare Couch, bekamen immer gutes Essen und durften am täglichen Familienleben und deren Traditionen, abendlicher Tee, teilhaben. Ganz großes Dankeschön nochmals an die Retter in der Not. Komplett planlos lagen wir oft die halb Nacht wach, überlegten, wie die weitere Reise verlaufen sollte und wie wir das Thema „Arbeit“ auf die Reihe bekommen sollen. Eins muss halt doch gesagt werden, ohne einem Arbeitsvisum (Holiday Working Visa), was Österreicher leider noch nicht bekommen, da NZ und AUT noch kein diesbezügliches Abkommen haben, gestaltet sich das Arbeit finden sehr schwer, dann noch mit so schwachen Gliedern, ist es fast unmöglich.
Nach Tagen des Zweifels, Heimwehs und Planlosigkeit packten wir uns am Kragen, mobilisierten unsere letzten Kräfte, schauten uns in Tauranga um, gingen beim berühmten Mt Maunganui spazieren und ließen uns von den unsichtbaren Mächten für unseren weiteren Reise inspirieren. Im Zuge der neu gewonnen Kräfte ließ ich mir dann die Haare schneiden (zum ersten Mal in meinem Leben von einem Mann), rasierte mich und bereitete mich auf unseren Aufbruch am kommenden Tag vor. An unserem letzten Abend kochten wir noch für unsere Gastgeber und tischten Hendl-Cordon mit Risipisi auf (leider zu wenig, falsch kalkuliert, da wäre noch mehr gegangen) und verbrachten einen schönen Abend, wo auch das Gemeinschafts-projekt, ein Puzzle mit 1000 Teilen (zur Freude vom Schatz), fertig gestellt wurde.
Bevor wir unsere Weiterfahrt antraten, wurden wir noch mit Avocados und Orangen aus dem Garten eingedeckt und dann ging’s auch schon wieder los. Mit neuem Mut fuhren wir dann in das nahe gelegene Te Puke, die Kiwihochburg, informierten uns, wie es denn mit Arbeit ausschaut und bekamen die Auskunft, dass die Pflücksaison erst Ende des Monats beginnt, aber das wir schon mal zu Packhäusern fahren und uns Arbeit sichern sollen. Für die Pflücksaison gibt’s auch ein eigenes, temporäres, 4 Monat gültiges Arbeitsvisum, was $ 250,- pro Person kostet und wir beantragen könnten. Wir überlegen aber grad schwer, ob wir das überhaupt beantragen, weil wir nicht mehr als ein Monat Arbeiten opfern wollen und uns diese $500 (ca. €260) fast zu viel sind, denn man verdient halt auch nur ca. 5 Euro die Stunde.
Mal schauen. Wir sind jetzt auf jedenfalls in Whakatane, schauen in den nächsten Tagen, ob wir hier in der Umgebung auch ohne bürokratischen Weg, Arbeit finden und behalten das Früchtepflücken im Hinterkopf.
Feb
14
Posted by Captain Nairolf & Lady Bü
Natürlich haben wir es wieder nicht geschafft, die Wanderwege abzugehen, was wir uns eigentlich schon sehr vorgenommen haben, aber wie soll es auch anders sein, wenn es mit der Motivation nicht so funktionieren will, es über 30 Grad im Schatten hat und wir nur so von Schweiß übergehen. In so einen Fall kann man nur hoffen, dass die natürlichen Körperausdünstungen so weit gehen, dass körperliche Betätigungen nicht mehr notwendig sind. Muskelaufbau und Fettabbau durch schwitzen. Schön wär’s.
Nach Whangarei, ohne auch nur den Anfang eines Wanderweges gesehen zu haben, fuhren wir weiter, blieben kurz bei den Whangarei Falls stehen, machten ein paar Fotos und ließen uns weitertreiben nach Bay of Island, Paihia, wo ich schon vor 5 Jahren fast 5 Wochen verbrachte. In Waitangi, einem Maoridorf neben Paihia und wo der Friedensvertrag zwischen den Maoris und den Engländern unterzeichnet wurde (mehr später dazu), parkten wir unser Schmuckstück von einem Van (wir nennen ihn jetzt ganz einfach nur Van, ist auch leichter zu merken) unter ein schattiges Platzerl, wo wir dann die kommenden Tage verbrachten und jeden Nachmittag, bei offenen Türen und mit einem schönen kühlen Luftzug, mindestens 3 Stunden schliefen. Komplett fertig von der Hitze und vom vielen schlafen, bekamen wir nicht viel auf die Reihe bzw. konnten wir uns durch unsere schwachen Glieder nix anschauen. Das einzige was wir schafften, war 100 m zum Strand zu gehen. Einen Abend verbrachten wir am Strand mit Wein, auf romantisch unterm klaren Sternenhimmel, aber auch nur deswegen weil wir nicht schlafen konnten.
Am Tag unserer Abfahrt fuhren wir weiter nach Kerikeri, schauten uns den berühmten „Rainbow Fall“ (schöner großer Wasserfall) an und fanden dann auch fast gleich auf Anhieb die geheimen Charlie’s Rocks, einen Wasserfall wo man von allen Seiten ins Wasser springen und herum toben kann, als gebe es kein morgen. Hab mich natürlich gleich super mit den Kids verstanden, die dort waren und durfte als erster von den gefährlichen Stellen hupfen, sodass die anderen Burschen wussten, wo und wie weit sie hupfen mussten. Muaz a Gaudi. Ausgepowert und schwach fuhren wir aber dann trotzdem noch den ganzen Nachmittag weiter und fanden einen schönen Campingplatz am Fuße des „90 Mile Beach“, in Ahipara.
In Ahipara bereiteten wir uns auf den nördlichsten Teil von NZ vor, legten einen Wäsche-Waschtag ein, überlegten uns Konzepte unsere Kosten zu senken und erfuhren von einem netten bayrischen Travler, Christian, wo und wie man gut Kohle sparen kann. Der hat dann auch in meiner Sprache gesprochen, dass es auch ich versteh, denn wenn mein Schatzi versucht mir Sachen des Sparens zu erklären, versteh ich meistens nix und tu mir schwer mich zu bremsen, aber wir machen des schon super und langsam lern ich. Mal mehr, mal weniger.
Mit großer Freude legte ich das Allradgetriebe ein, schaute dass synchron ‚Oceansize’ im MP3-Player lauft und fuhr dann ganz langsam auf den 90 Mile Beach. In mir breitete sich eine dermaßen innere Ruhe aus und ich genoss es, mit guter Musik, schönem Wetter und meinem Schatz an der Seite den Strand entlang zu fahren, für mich ein ergreifendes Erlebnis. Leider nur für mich, denn Andrea langweilte sich dermaßen, dass sie ihre Unrundheit nicht mehr verbergen konnte und wir uns dann, am Spirits Bay, ein Stünderl aus den Weg gehen mussten. Nach verpufften Dampf fuhren wir dann nach Cape Reinga, genossen einen wunderschönen Sonnenuntergang, beobachteten das Tasmanische Meer und den Pazifischen Ozean, wie sie auf einander prallten und aßen frische Melone und Mandarinen dazu. Cape Reinga ist ein spezieller und heiliger Platz der Maoris, denn nach einer Legende fährt die Seele eines jeden verstorbenen Maoris durch einen Baum, runter in die Tiefe der See, ins Reich der Toten ein. Nach einer erholsamen Nacht, mit angenehmen Träumen am nächstgelegen Strand, Spirits Bay, fuhren wir dann wieder runter nach Ahipara, verbrachten noch ein paar schöne Tage dort und begaben uns wieder zu unserem schattigen Platzerl nach Waitangi, um am 6. Februar mit ganz viel Maoris Waitangi Day, Nationalfeiertag, zu feiern.
Vor 168 Jahren wurde in Waitangi der Friedensvertrag zwischen den Maoris und den Engländern unterzeichnet, wo die Engländer versprochen haben, die Maoris zu unterstützen bzw. zu schauen, dass keine Franzosen Neuseeland einnehmen. Neuseeland wurde dadurch Teil des britischen Reiches und die Maori bekamen Rechte britischer Bürger. Aber bei dem Vertrag, wie soll’s auch anders sein, wurden ein paar Fehler eingebaut bzw. gab es Unterschiede bei der englischen und der Maori Version, sodass bis heute darüber diskutiert wird. Ich kenn mich ja eigentlich Nüsse aus, aber im Großen und Ganzen geht’s glaub ich um Landverteilungen und Fischereirechte, was die Maoris geklärt haben wollen bzw. zurück haben wollen.
Es war ein großes friedliches Fest, wo sich am Morgen verschiedene Stämme mit ihren Kriegskanus präsentierten, beeindruckend, brüllend in der Bucht herum paddelten, dass es einem die Gänsehaut aufstellte (bei mir zumindest). Es gab viele Standeln, viel zum Essen, wir oder besser gesagt ich aß den ganzen Tag, darunter traditionelles Hangi und Maori Hamburger (raus gebackenes Brötchen mit Faschiertem) und eine Menge mehr. Sah einen Haufen Leute mit ähnlicher Tätowierung am Unterarm wie ich, alle bestaunten meines und ich ihre, waren aber zu stolz mich oder ich sie, anzusprechen. Nur mit ein paar wenigen hab ich Kontakt aufnehmen können, die meine Geschichte zur Tätowierung hören wollten und dann meine Unsicherheit, da ich kein Maori bin, aber ihre Kunst verwende, beseitigten, da ich wie einer denke und es daher ok ist. Glaub generell, dass da viel passiert und die, mit denen ich sprach, finden es cool, wenn auch wir Weiße mit ihrer Kunst herumlaufen. Der große Unterschied ist halt schon, wenn ein Maori so ein Teil am Arm hat, dann ist da halt gleich die ganze Geschichte der Großeltern, Eltern, Kinder, des Stammes, Berufs und noch viel mehr dahinter, aber wenn ich ihnen meinen Drachen gezeigt hab, haben alle große Augen bekommen und gestaunt, da der Drache oder in Maori „Taniwha“ eine große Bedeutung in ihrer Mythologie hat und genau das ist, was er für mich auch ist.
Da am Waitangi Day praktisch auch Tag der offenen Tür beim Treaty House ist, nutzten wir die Gelegenheit und statteten dem berühmten Maori Meeting House, was auf dem Treaty Grund liegt, einen Besuch ab. Glücklicherweise durften wir zuhören, wie die verschiedenen Schnitzereien erklärt wurden und daraus kristallisierte sich, dass dieses Meeting House eine Ansammlung von verschiedenen Stämmen, unterschiedlicher Künstler und unterschiedliche Interpretationen ihres Glaubens darstellt. Interessant, dass kein einheitlicher Glaube praktiziert wurde, sondern jeder Stamm seinen eigenen lebte. Ein Gedanke, der mich seit Beginn der Reise nicht loslässt und dem ich noch mehr nachgehen werde ist, „Wer war vor den Maoris hier?“ Denn wie von den Engländern wurde Neuseeland ein paar Hundert Jahre vorher von Polynesiern entdeckt.
Nach dem Waitangi Day fuhren wir auf die Westküste von Northland und hielten beim größten noch existierenden Waipoua Kauri Forest und durften diese majestätischen Giganten bewundern. Nachdem wir den größten Kauribaum besuchten, den Gott des Waldes, statteten wir auch dem Vater des Waldes einen Besuch ab, der einen Umfang von 16 m hat. Sie werden auf ca. 2000 Jahre geschätzt, ich glaub aber, diese Bäume sind viel älter. War ein schöner Spaziergang durch den Dschungel, bewegend und unvergesslich, unter ihnen gewandert zu sein. Der Wald beschenkte mich reich, denn ich glaub jetzt zu wissen, warum ich die Weinbauschule gemacht hab, hatte nämlich eine schöne Vision, eine Ergänzung zu der, die ich letztes Mal hier in Neuseeland hatte. Große Gedanken, im kleinen Hirn und leider noch nicht spruchreif, aber bissi was zum Hirnwichsen fürn kleinen Flori. Hihihi…wichsen.
Jetzt haben wir fast unsere herumziehende, von Platz zu Platz hüpfende Phase hinter uns und lang dauerts nicht mehr und wir können uns den Traum vom Arbeiten erfüllen oder besser gesagt, wir müssen.
Gestern sind wir nach Napier zurückgekommen, Morgen gibt’s dann die große Party, Hochzeit von Paul und Jess mit ganz viel zum essen und trinken. Nach viel Schlaf und ausgeruht machen wir uns dann auf nach Tauranga, wo die Kiwis schon auf uns warten, gepflückt zu werden. Hui, des wird a Spaß, schau ma mal wann wir wirklich zum hackeln kommen, man muss ja immer flexibel bleiben. Grüße und Küsse.
Jan
26
Posted by Captain Nairolf & Lady Bü
Die Wolken ziehen dahin, Vollmonde kommen und gehen, was meine Moquies besonders freut, denn da leg ich sie raus, sie laden sich auf und tanzen im Mondschein. Unsere Reise geht weiter voran, auch ohne dass wir einen Finger rühren. Was ich damit meine ist, dass wir noch immer keine Lust zum Arbeiten verspürt haben, nach wie vor unsere Reise genießen und von Ort zu Ort, Strand zu Strand, Stadt zu Dorf weiter ziehen, dieses wunderbare Land auf uns wirken lassen und ab und zu auf den Auslöser der Kamera drücken.
Am Lake Taupo ist uns nach einer turbulenten Woche in Napier, mit coolen Stränden und mächtigen Wellen zum spielen, die Langeweile überkommen und daher haben wir uns entschlossen, nach nur einem Tag am ruhigen See und baden in heißen Quellen, weiter zu fahren. Von Taupo ging’s dann rauf nach Auckland, was wir nach 5 Stunden, normalerweise 3,5, aber unser Van geht halt auf Anhöhen nicht so schnell, verschwitzt und hungrig erreichten.
Wir suchten einen Campingplatz auf, der in der Nähe von dem Mt. Smart Station liegt, sodass wir es nicht weit zum Festival haben, da es direkt beim Festivalgelände keine Möglichkeiten zum campen gab. Der Campingplatz, wie soll ich sagen, war mit Abstand der abgefuckteste Campingplatz der uns bisher je unter gekommen ist. Von der Lage und auch der Anordnung der Plätze für Zelte und Wohnwägen wäre er eh nicht so schlecht gewesen, aber leider ist alles rundherum so was von runter gewirtschaftet worden, dass man an jeder Ecke merkt, das sich hier keiner mehr so richtig um die Anlage kümmert. Der Pool war nur halb voll und mit Algen bedeckt, in der Lounge waren die Couchen versifft, aufgerissen und der Fernseher aus seinem Eck entfernt worden, die Duschen spendeten kein Wasser und am Klo konnte man nicht damit rechnen, dass Klopapier vorhanden war. Zu allem Ärgernis kam noch dazu, dass der abgefuckte Pool eine perfekte Brutstätte für Kleinstlebewesen darbot und anscheinend am Laufband Mosquitos produzierte, die uns nicht nur am Arsch gingen, sondern auch unser kostbares Blut permanent anzapften. Andrea hat bei 20 Stichen aufgehört zum zählen. Die erste Dusche genoss ich am zweiten Tag im Freien, nachdem ich erkannt habe, dass des mit dem Wasser in den Duschen nichts werden wird, auf Pulp Fiction mäßige Art, mit Wasserschlauch und Seife.
Am zweiten Abend trafen dann unsere Freunde aus Napier am Campingplatz ein, die sich klugerweise und vorausschauend in einem Apartment für 6 Leute einquartierten (es schliefen glaub ich mindestens 8 Leute dort), wo nicht nur eine Küche war, sondern auch ein funktionierendes Bad, welches wir dann auch benutzen durften. Es kamen auch ein paar Leute mit, die wir noch nicht kannten und die dann so lustige Trinkspiele einführten wie z.B.: eine Flasche Bier 0,33 l in einem Plastickschlauch auf ex runter zischen lassen oder Hakisak spielen, mit einen Haufen Dosen am Boden und wenn einer eine Dose trifft, muss er sie im Torpedo-Stil trinken. Das nenne ich effektives trinken, da lassen sich die Kiwis nix erzählen. Schnell, hart, dicht.
Der nächste Tag stand im Zeichen des „BIG DAY OUT“ und zusammen schlenderten wir gegen Mittag los Richtung Bahnhof und hofften, den gröbsten Andrang hinter uns zu haben. Leider war unsere Vorabeinschätzung komplett fehl, denn es hielt an unserem Bahnhof nicht mal mehr ein Zug, da alle komplett überfüllt waren, was uns veranlasste, einfach weiter zu gehen. Nach über einer Stunde erreichten wir dann endlich das Festivalgelände, reihten uns in die Schlange ein und warteten bis uns die Menge ins Areal führte. Es war Hölle heiß, strahlendblauer Himmel mit keiner einzigen Wolke, 45.000 Leute und überall staute es sich, wo man nur hinsah bzw. hinsehen konnte. Die ersten Bands haben wir nicht mitbekommen, nicht nur, dass wir später kamen, sondern auch erstmal Stunden brauchten das Gelände abzuchecken, Wasser und Bier zu besorgen und nach langem hin und her endlich ein Platzerl auf der Tribüne im Schatten zu ergattern. Dort war es dann kühler, Wind streichelte unsere Wangen, doch war der Sound dermaßen beschissen, dass wir wieder nicht viel von den Bands mitbekamen, doch das war uns zu dem Zeitpunkt und nach den Strapazen völlig egal.
Unser einziges Ziel für den Tag war, Björk und Rage Against The Machine von einem schönen, schattigen Platz, mit halbwegs gutem Sound bewundern und bestaunen zu können. Andrea meinte nur bzw. ihr Kommentar zur Organisation und Ablauf des Festivals, war „Ich sag nur Rock im Park!“ Man muss sich dass so vorstellen, in der Arena standen die zwei Hauptbühnen neben einander, die Blue und Orange Stage, wenn die eine Band fertig gespielt hat, fingen auch schon ohne langen zögern, die nächste Band auf der andern Bühne zum spielen an. Die Idee, nicht durch Umbauphasen das ganze in die Länge zu ziehen und die Leute warten zu lassen, fand ich ja nicht so schlecht, aber so einen großen Aufwand nur für einen Tag zu veranstalten, war dann schon merkwürdig. Es gab dann noch 4 weitere Bühnen, eine kleinere Variante der großen Bühnen, wo soviel Leute waren und der Sound so schlecht, dass wir nach ein paar Liedern von TIKI (ehemaliger Frontman von Salmonella Dub) macht jetzt einen auf solo und coolen Sound, haben eh die CD gekauft und werden es euch vorspieln bei unserer Rückkehr), das Weite suchten. Neben einem riesen Zirkuszelt, wo den ganzen Tag bis tief in die Nacht Dj’s und Hip Hop Acts aufgeigten, gabs noch eine andere Bühne für die lokalen Produktionen, welche wir uns nicht zu Gemüte führten, da wir eh schon komplett überfordert waren.
Bier und Alkohol durfte man nur in einem abgesperrten Areal kaufen und trinken, und auch dann nur eine bestimmte Menge, 4 Bier pro Person, was jeder tat, weil die Schlange so lang war, da man sich bis zu einer Sunde anstellen musste. Von Stunde zu Stunde wurden die Mengen reduziert bis man am Schluss nur mehr eine Plastikflasche Bier pro Person bekam. War gar nicht so schlecht dieses System, weil dadurch gesichert war, dass man den Hauptact zu sehen bekommt.
Eine Stunde bevor Björk (drücken und den Showbeginn anschaun) zum spielen anfing, suchten mein Schatz und ich ein passendes Platzerl mit den erforderlichen Kriterien die oben schon erwähnt worden sind. Gute Sicht, feiner Sound und keine Sonne in der Fresse, genau zwei Plätze in der Menge, die auf uns gewartet haben. Von dort aus warteten wir gespannt bis die kleine Elfe mit ihrem Auftritt anfing. Und dann ging’s los. Ein Orchester in bunten Kostümen watschelt auf die Bühne, gefolgt von einer kleinen, herumhüpfenden und farbenprächtig eingehüllten Björk. Wow, die kann Sachen machen mit der Stimme und das alles live, das war echt ein eindruckvolles Erlebnis. Alle Erwartungen sind übertroffen worden und meinem Schatz hat’s die Tränen in die Augen getrieben, weil’s schon fast zu viel des Guten war. Es war als hätte uns die kleine Isländerin hypnotisiert. Ein auf und ab der Gefühle, abgerundet mit tanzbaren (bum bum) Liedern und einer Lasershow endete ein fantastisches Konzert.
Dann kamen meine Erwartungen an die Reihe, Rage Against the Machine (klick den link, 12:55 min Rage live at BDO2008). Kaum das die Jungs angefangen haben in die Seiten und den Drumms zu schlagen, fühlte ich mich als wäre ich 17, nostalgisch ins Q versetzt, wo ich schon einst zu „Bombtrack“ meine Mähne hab schwingen lassen. Mit schlagendem Herzen und unglaubwürdig die Band betrachtend, musste ich mir eine Träne der Gegenwart wegwischen und konnte das Grinsen in meinem Gesicht nicht mehr wegnehmen. Bei dem Song „Killin’ in the name“ sah ich mich, im Wohnzimmer, mit unseren Homies „Guitar Hero II“ spielen (freu mich jetzt schon wieder darauf) und auch sonst ließen die Kalifornier keinen der alten Hits aus.
Scheisse, war des geil. Was soll ich sagen, RAGE AGAINST THE MACHINE are BACK!!!
Die folgenden Tage ruhten wir uns aus, ließen uns von scheiß Mosquitos stechen, gingen Downtown shoppen, checkten die Kinos aus (Cloverfield – naja und Death at the funeral – schon lange nicht mehr so gelacht) und konnten dem tiefen Wunsch von meinem Schatz, Pinguine zu sehen, erfüllen, indem wir uns das Antarktis-Zentrum zu Gemüte führten, wo wir nicht nur Königspinguine zu beobachten bekamen, sondern neben einer Stachelrochenfütterung auch Haie und andere Meeresbewohner bewundern konnten.
Nach Auckland fuhren wir ca. eine Stunde nördlich rauf in das erste Wassernationalgebiet von NZ, Goat Island. Dort könnte man super Schnorcheln und viele Fischerl sehen, leider regnete es zu der Zeit und durch einen Sturm war die Unterwasserwelt so aufgewirbelt, dass man nicht viel sehen konnte und wir daher unsere Schnorchelaktivität auf ein andermal verschieben mussten. Well, kommt Zeit, kommt Fisch. Nach 2 Nächten im Regen, fuhren wir weiter nach Waipu Cove, einem wunderschönen Sandstrand, wo wir bis heute verweilten und regelrecht damit zu tun hatten, keinen Sonnenbrand bzw. Sonnenstich zu bekommen. Und so steht’s im Moment, wir sind in Whangerai angekommen, checken morgen ein paar Wanderweg aus und fahren dann weiter rauf Richtung Pahia, wo ich schon beim letzten mal 5 Wochen Sommer hab genießen dürfen. Mal schauen wie es diesmal wird.
Ps: Ahja, traurig und unglaublich, aber der neue Joker hat die Erde verlassen. Freu mich schon so auf den neuen Batman Streifen und bin schon so auf den neuen Joker gespannt, der Trailer schaut ja Hammer aus und jetzt hat sich doch echt der Heather Ledger einfach so still und heimlich vertschüsst. RIP
Jan
14
Posted by Captain Nairolf & Lady Bü
Nelson war der perfekte Ort um das alte Jahr zu beenden und das neue zu beginnen. Das Backpacker Paradiso, in dem wir untergebracht waren, servierte nicht nur kostenloses Frühstück, sondern ab 1800 gab’s dann auch noch eine gute Gemüsesuppe, was neben Pool, Sauna und Whirlpool so angenehm war, dass wir nicht mal das Meer und den Strand von Nelson zu Gesicht bekamen. Am Pool sind dann auch die ganzen jungen Leute (wir nannten sie die Partypeople) abgehangen und haben sich auf gepflegt den ganzen Tag, bei prahlendem Sonnenschein, Vodka-Cola rein gezogen und sind dann noch in die Stadt, um den Abend würdevoll zu beenden. War lustig zum zuschauen. Die ersten Tage beschnupperte man sich, bis die Angst überwunden war, den großen tätowierten Mann auf seine Beckal anzusprechen und ihn und seine hübsche Partnerin einzuladen, mit zu feiern. Um es kurz zu halten, einen Tag vor Neujahr musste ich um 6:30 aus dem ausrangierten Partybus, der im Garten stand, von meinem Schatz per Hand heimgeführt werden und am folgenden Tag passte ich auf mein wankendes Schätzchen auf. 1:1, sauberes Spiel mit wenig Fouls und einem feinen Rutsch ins neue Jahr.
Am zweiten Tag des neuen Jahres waren wir voll und ganz gesättigt von Partypeople, Pool und Cocktails und fuhren Richtung Picton, wo unsere Fähre um 23:00 nach Wellington abfuhr. Es war ein wunderbarer, sonniger Sommertag, den wir nutzten, um noch die letzten Eindrücke der Südinsel einzufangen, verbrachten den Tag in der Region um Picton und traten nach einer einstündigen Verspätung die Überfahrt auf die Nordinsel an. Wer sich jetzt fragen sollte, wie lang man von der Süd- auf die Nordinsel braucht, ich sag’s euch, um die 3 Stunden.
Schon auf der Fähre stieg der Anteil an Leuten aus dem pazifischen Raum, denn bis zu dem Zeitpunkt haben wir noch nicht wirklich viel Maoris gesehen und auch noch nicht die Gelegenheit gehabt, in Kontakt zu treten. In Wellington des folgenden Tages gingen wir dann groß shoppen und schon der Weg durch die Straßen lenkte viele Blicke auf meine Tätowierungen, da hat der eine oder andere ganz schön große Augen bekommen. Von einem Maori wurde ich auch auf der Straße angehalten, dass er sich meine Hand besser anschauen kann, der fragte mich auch, aus welchen Grund ich diese Tätowierung habe und ob ich eine Ahnung hätte, was die Pattern (die Formen) zu bedeuten haben. Der hat mich ganz schön aufklatscht, war aber sehr freundlich und mächtig beeindruckt von dem Teil und auch über meine Motivation. Er erklärte mir auf der Straße meine Tätowierung, die Symbolik und den Maori Hintergrund, sodass ich mich auskenne und nicht komplett wie ein Dillo da steh, wenn ich das nächste Mal angequatscht werde. Er hat uns auch Infos über 100 Jahr alte Bücher gegeben, die wir uns in der Stadtbibliothek anschauen sollten, wenn wir mehr über die Bedeutung und die Geschichte wissen wollen, was wir auch taten und auch zum Teil kopierten. Dyl, da hast mir einen ganzen Haufen an mächtigen Symbolen rauf gschnaltzt, alles Symbole von Kraft und Stärke, vielleicht bin ich deswegen so auseinander gegangen…wer weiß? Auf jeden Fall mucho Respect an dich von den Maoris.
Werde mich bei einem renommierten und angesehen Maori aus Wellington tätowieren lassen, auf was ich mich schon voll freu, wird so eine Art, ach, lasst’s euch überraschen. Nachdem wir den nahe gelegenen Hügel bestiegen, im Wald herum spazierten, ein Kino aufsuchten (I am Legend – heftiger Movie, war aber schwer ok) um uns zu unterhalten, einen Besuch dem berühmte Te Papa Museum abstatteten, ging’s auch schon wieder weiter Richtung Hawkes Bay, genauer gesagt fuhren wir nach Napier.
Der Sommer erreicht hier gerade seinen Höhepunkt und die Sonne purzelt nur so einen auf, wenn man nicht aufpasst. Sonnenschutzfaktor 30 ist Standard, aber wenn du eine kleine Stelle am Körper übersiehst, kann man mit 100%er Sicherheit damit rechnen, dass du am Abend dort einen Sonnenbrand hast. Andrea und ich rechnen schon den 3. oder 4. obwohl wir uns brav einschmieren, die Sonne ist halt doch ganz anders drauf als bei uns, ganz schön aggressiv.
Die ersten Tage in Napier verbrachten wir an einem nahe gelegenen Campingplatz mit dem schönen Namen „Bay View“, wo wir auch das erste Mal Bekanntschaft mir dem Meer machten und unseren Körpern das Salz zuführten, was sie verdienten. Eigentlich sind wir ja nach Napier gekommen um eventuell zu arbeiten, aber die Hitze verdarb uns dermaßen die Lust auf körperliche Arbeit, dass wir unseren Focus auf andere Dinge lenkten, was auch nicht sonderlich schwer war. Wir beschränkten uns, meine neuseeländischen Freunde, die ich bei meiner letzten Reise kennen gelernt hab und bei denen ich einige Wochen verbrachte, aufzusuchen und ein kleines Update zu holen.
Der einst 18 jährige Paul wird nächste Woche 23, hat eine 20 Monate alte Tochter und lebt mit seiner Freundin und 2 Wohnungskollegen in einem schönen Haus mit Garten am Hügel von Napier. Er ist Vollzeit-Papa, seine Freundin Jess geht Halbtags arbeiten, sodass er sich auf die Kleine und seine musikalische Zukunft konzentrieren kann. „Boulevard Nights“ heißt seine Band, die echt gut sind und für die es echt gut zum laufen anfängt, verdienterweise. Wir durften auch Zeuge eines legendären Auftritts sein, wo sie bei der 60 jährigen Hochzeitstagsfeier (denkt über das mal nach) von Jess’ Großeltern aufspielten und absolut jeden dazu brachten, das Tanzbein zu schwingen. War schön zuzusehen wie selbst die 87jährige Oma und der 90jährige Opa bis zum Schluss blieben und bei Ska-Dub-Regge-Kiwi-Style-Sound ihre Hüften kreisen ließen. Ein zauberhafter Moment.
Jetzt sind wir schon fast eine ganze Woche bei ihnen, schlafen im Wohnzimmer und sind auch schon zur Hochzeit eingeladen, die am 16. Februar stattfindet. Gestern war ich mit Jess’ Bruder Ryan und einem Freund von ihm im nahe gelegen „Splash Planet“, einen Wasserrutschenvergnügungspark, wo wir den ganzen Tag wie kleine Buben herumgerannt sind, jeden Rutsche unsicher machten die es nur zum unsicher machen gab und ich mich dermaßen ausgepowert hab, das ich um 7 am Abend wie ein Baby schlief.
Heut reisen wir weiter, fahren nach Taupo, checken die Gegend aus und schauen, das wir gegen Ende der Woche in Auckland sind, weil da findet das diesjährige „BIG DAY OUT“ statt, wo wir uns RAGE AGAINST THE MACHINE und BJÖRK live reinziehen werden. ROCK’n’ROLL
Dez
31
Posted by Captain Nairolf & Lady Bü
Milford Sound konnte uns nicht lange halten und so mussten wir eine neue Bleibe finden. Hierfür suchten wir uns das verträumte Nest Wanaka aus. Nach einer über 6-stündigen Fahrt quartierten wir uns auf einem super feinen Luxuscampingplatz ein. Nach der Ankunft genossen wir das bequeme und heiße Spa (Whirlpool) und ließen die letzten Sonnenstrahlen auf unseren Gesichtern tanzen. Am nächsten Tag wechselten wir den Campingplatz, da uns die Luxusversion auf Dauer zu teuer kam.
Wanaka, ein kleines Dorf am See, wo man auch ganz viel Adventurezeugs machen kann (zum Beispiel: Skydiven, Raften und andere Sachen, die einem das Adrenalin in die Birn schießen lässt), die ruhigere Variante im Vergleich zu Queenstown (das ober Touridorf), war erkoren worden, uns zu unterhalten. Wir starteten mit dem Joggen (leider noch nicht öfter als 2mal), ich schwamm im See, wir gingen ins berühmte Cinema Paradiso (Kino mit Couchen) und schauten uns „Eastern Promosis“ (super Film mit Viggo Mortens – Aragorn von Herr der Ringe) an, spazierten in der Gegend herum und ich setzte mich mehr mit den Funktionen meiner Kamera auseinander, um bessere Fotos machen zu können.
5 Tage Wanaka waren genug für uns und wir traten wieder eine weitere Monsterfahrt in Richtung Westküste an. Am Süden der Westküste, in Jackson Bay, versuchten wir nochmals unser Glück um Pinguine zu sehen, leider bekamen wir die traurige Nachricht mitgeteilt, dass diese mit dem brüten fertig sind und die Chance, welche sehen zu können, gleich „zero“ wäre, was uns veranlasste mit dem Kapitel abzuschließen und uns damit abzufinden, dass der Pinguinzug abgefahren ist.
Als nächste Station war Okarito angesetzt. Okarito liegt im Gletscher-Land. Um es erreichen zu können, muss man beim Fox- und Franz-Josef-Gletscher vorbei, was wir, nur mit einem kleinen Stop und ein paar Fotos vom Fox-Gletscher, ohne schlechtes Gewissen auch taten.
Okarito ist die Wahlheimat von Keri Hulme, die das fabelhafte und empfehlenswerte Buch „Unter dem Tagmond“ schrieb, was auch in diesem Ort spielt. Ein Hammer. Dort kann man mit eigenen Augen sehen und spüren, wie es dort aussieht und es sich anfühlt, was man bisher nur von seiner Vorstellung durchs lesen bekommen hat. War voll schön, so wie das Buch. Im englischen heißt es „Bone People“. Beim fotografieren hatte ich eine coole Erfahrung, denn wie ich da so herumknipste, konnte ich plötzlich, am himmelblauen Tag, den Mond erleuchtet sehen. „Unter dem Tagmond“. Ich glaub, die, die das Buch übersetzt hat, dürfte auch hier gewesen sein. Am Strand von Okarito testete ich auch zum ersten Mal den 4WD aus. Anfangs noch zaghaft und ängstlich, später draufgängerisch und voller Freude pflügte ich den Strand um. Großer Spaß, besonders nachdem es auch funktioniert hat. Super, braver Van. Unser „Little Nick“.
In Hokitika quartierten wir uns am „Beachside Holiday Park“ ein und kamen rechtzeitig zu einem magischen Sonnenuntergang und besuchten, dachdem die Dunkelheit über uns hereinbrach, ein Plätzchen mit Glühwürmchen. Ein schöner Tag.
Der nächste Tag, stand im Zeichen des „Jade carving“. In einem Laden namens „Bonz´n´Stonz“ fertigten wir uns gegenseitig unsere Weihnachtsgeschenke an. Super anstrengend, aber sehr lohneswerter Tag gewesen, mit zwei schönen Geschenken für einander.
Nach einer weiteren Nacht in Hokitika ging’s dann am Morgen auf zur nächsten Langstreckenfahrt nach Golden Bay, Takaka. Am Weg dorthin blieben wir bei den Pancake Rocks stehen, schossen ein paar Bilder und durften Delphine beobachten wie sie ganz gemütlich und langsam vorbeischwammen.
In Takaka angekommen, entschieden wir uns zum nahe gelegenen Strand, Pohara, zu fahren und parkten unser Baby am dortigen Holiday Park. Pohara soll auch die Bleibe über Weihnachten für uns sein und so stimmten wir uns mit unseren englischen Nachbarn schon mal weihnachtlich ein, was umfallend und auf allen vieren endete. An diesem Campingplatz verbringen auch viele Kiwis ihren Sommerurlaub mit Weib, Wein und Kegel und bauen sich aus diesem Grund auch lauter kleine Zeltdörfer, wo sie dann schön vorm Zelt ihr super Motorboot und den fetten Geländewagen präsentieren. Lustig ist, dass um 10:00 Uhr Nachtruhe ist und man glaubt es nicht, aber um 10:00, spätestens 10:30, schläft der ganze Campingplatz und auch die gegenüberliegende Bar und das Cafe sperren um die Zeit zu. Schräg gegenüber von uns war eine Familie die schon seit 42 Jahren über Weihnachten und Neujahr hierher kommen.
Von Pohara ausgehend, erkundeten wir die Golden Bay und fuhren rauf bis zum Farwell Spit, bogen vorher noch ab und ließen dann den „Whanganui Beach“ auf uns wirken. Ein magischer Strand mit zwei Felsen, die aus dem Meer vorm Strand herausragen, ein wahrhaft traumhaftes Fotomotiv. Dort durften wir auch Zeugen werden, wie es ausschaut, wenn zwei Seehunde das Spiel spielen „Er will, sie will nicht“. Wir hielten uns mit einem Sicherheitsabstand von den Tieren entfernt und rannten schreiend davon, als sie uns entgegen hüpften. Lustig wie sie so über den Sand hüpfen und sich sofort auf den Bauch schmeißen, sobald sich eine kleine Wasserpfütze auftut.
Einen anderen Tag spazierten wir den Anfang vom Able Tasman, einen Nationalpark entlang, Dschungel, große Farne und einsame Strände so weit das Auge reicht. Da wir keine größere Tour geplant hatten, entschieden wir auf die andere Seite des Able Tasman zu fahren und organisierten einen eintägigen Kayakausflug, um die andere Seite vom Meer erkunden zu können. Am Anfang war die See noch ruhig, doch nach Stunden des paddelns steigerte sich der Wind von Minute zu Minute und bescherte uns eine abenteuerliche Rückfahrt. Durch stürmische See, auf und ab, mit den Wellen reitend und stürmendem Wind kamen wir völlig erschöpft und mit schmerzenden Armen endlich am Strand an. Perfektes Kitesurf-Wetter. Waren wir froh, dass wir keine 2tägige Kayaktour gemacht hatten. Wir spüren heut noch unsere Arme.
Nachdem wir so ruhige und vernünftige Weihnachten verbrachten, dachten wir uns, für Neujahr wäre ein wenig mehr Aktion angebracht und entschlossen uns nach Nelson zu fahren, wo wir auch heute am Pool, bei Sonnenschein, den Sommer genießend sitzen und so das alte Jahr enden lassen.
Wir wünschen allen einen sauberen Rutsch und wir hören uns nächstes Jahr… Bei uns ist heut schon 2008, HAPPY NEW YEAR !!!